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von Hans Dzieran
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Bei den russischen Bewohnern Tilsits regt sich das Interesse für die historische Vergangenheit der Stadt, die heute immer noch Sovetsk heißt. Anlässlich des Stadtfestes wurde für den Begründer der Stadt Herzog Albrecht ein Gedenkstein enthüllt. Der mannshohe, 16 Tonnen schwere Findling aus Granit erinnert in deutscher und russischer Sprache an jenen Tag, an dem Herzog Albrecht dem Ort Tilsit die Stadtrechte verlieh. An der Einweihung des Gedenksteins nahmen hochrangige Vertreter der Stadt und des Auslands teil, darunter das Vorstandsmitglied der Stadtgemeinschaft Tilsit, Manfred Urbschat und der Vizekonsul der Bundesrepublik Deutschland in Königsberg, Matthias Weiß. Man bemüht sich weiter um die Rückkehr der Königin Luise. Das Luisendenkmal ist in St. Petersburg als Modell computergestützt wiederhergestellt. Zur Zeit arbeitet man an Materialvarianten und Kosten Voranschlägen. Die Ehrenbürgerwürde verlieh der russische Stadtrat in diesem Jahr an Armin Müller-Stahl. Der Künstler wurde in Tilsit geboren, besuchte die Meerwischer Schule und wohnte in der Lindenstraße 24. Er erwarb sich internationalen Ruhm als Filmschauspieler, Regisseur, Schriftsteller, Musiker und Maler. Im vergangenen Jahr würdigte das Tilsiter Stadtgeschichtliche Museum sein Wirken mit einer vielbeachteten Ausstellung. |
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Die Museumsdirektorin Angelika Spiljova ist bemüht, den heutigen Bewohnern der Stadt die schöpferischen Leistungen gebürtiger Tilsiter nahezubringen. Dem diente auch die Ausstellung des gebürtigen Tilsiters Gerhard Spilgies. Der Renner der Museumsnacht wurde jedoch ein altes deutsches Waffeleisen mit Rautenmuster.. Es erzählte von dem einstigen Tilsiter Brauch des Waffelbackens. Aromatischer Duft verbreitete sich im Museum, als die Mitarbeiter nach ostpreußischer Rezeptur den Teig zu knusprigen Waffeln pressten und die gebackenen Leckerbissen den Besuchern anboten. Auch auf solche Weise versucht man, die Tilsiter Vergangenheit im Bewusstsein der Menschen lebendig zu machen. Den gleichen Zweck verfolgt das Projekt einer Schaukäserei, die in Zusammenarbeit mit der Tilsiter Switzerland GmbH errichtet werden soll. Neben einer Produktionshalle wird ein Besucheranbau mit Restaurant und Fabrikladen entstehen Über eine Treppe kann man die Besuchergalerie erreichen, wo die Fertigungsabläufe der Käseherstellung in Augenschein genommen werden können und wo auch Führungen stattfinden werden. Mit dem Bau der Käserei wird eine Tilsiter Tradition zu neuem Leben erweckt. Der Bau wird den jetzigen Bewohnern die Vergangenheit ihrer Stadt bewusst und erlebbar machen. |
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Ungeachtet der Probleme mit dem japanischen Kernkraftwerk in Fukushima wurde der Bau des Atomkraftwerks „Baltiski" unweit von Tilsit zügig vorangetrieben. Tilsit wird mit seiner Vielfalt an kulturellen und sportlichen Angeboten zum bevorzugten Ansiedlungsort für das künftige Personal des Atomkraftwerks. Eine St. Petersburger Grundstücksgesellschaft hat bereits im Tilsiter Osten ein Areal von 26 Hektar zum Bau von Eigenheimen aufgekauft. Mit einer neuen Sportanlage hat die Attraktivität der Stadt beträchtlich zugenommen. In einer Bauzeit von drei Jahren ist auf dem Ufergelände des Schlossmühlenteichs ein modernes Sportzentrum entstanden. Zur festlichen Einweihung war viel Prominenz erschienen, darunter die dreifache Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, Irina Rodnina. Das Sportzentrum verfügt über eine Schwimmhalle, eine Eisarena, Tennis- und Sporthallen, Fitneßräume und ein Bowlingcenter. |
| Autor: © 2011 Hans Dzieran, Vorsitzender der Schulgemeinschaft SRT (Realgymnasium/Oberschule für Jungen zu Tilsit) ; Quelle: 1) SRT Mitteilung Nr. 59 vom Dezember 2011 2) Heimatrundbrief "Land an der Memel" |