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Das Tilsiter Realgymnasium /
Oberschule für Jungen zu Tilsit - 1839 - 1999 |
| Entstehung und Entwicklung der Tilsiter Realschule ( 1839-1860) |
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In den zwanziger und dreißiger Jahren des 19.Jahrhunderts erlebte Tilsit einen enormen Wirtschaftsaufschwung. |
| Von der Realschule 1.Ordnung zum Realgymnasium (1860-1882) |
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In dem Avancement zur Realschule 1.Ordnung spiegelte sich nicht nur deren gewachsene Bedeutung wider, der neue Status brachte auch einige Veränderungen : Die Lehrergehälter wurden angehoben, die Zeugnisse erhielten einen höheren Stellenwert und das Schulgeld stieg. |
| Der Fünfzigjahrfeier entgegen ( 1882-1889) |
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Drei Jahre nach der Übernahme durch den preußischen Staat erhielt die Tilsiter Realschule 1.Ordnung die Bezeichnung Realgymnasium. |
| Feierlichkeiten zum fünfzigjährigen Jubiläum im Jahre 1889. |
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Das Tilsiter Realgymnasium war am 30.Oktober 1839 eröffnet worden. Der 50.Jahrestag der Schulgründung war Anlaß für würdige Festtage. Man verständigte sich, die Feierlichkeiten nicht auf den eigentlichen Jahrestag zu legen, sondern sie vom 2. bis 4.Oktober zu begehen. Die 50-Jahr-Feier im Jahre 1889 ist die einzige große Jahrestagsfeier unserer Schule geblieben. Der 100ste Jahrestag im Jahre 1939 war überschattet vom gerade begonnenen 2.Weltkrieg, die 150-Jahr-Feier 1989 fand in ganz anderem Rahmen, von unserer Schulgemeinschaft organisiert, fern der Heimat statt. |
| Die Jahre bis zur Jahrhundertwende |
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Die Schülerzahlen der letzten Jahre des 19.Jahrhunderts betrugen ca. 300. Die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden (ohne Turnen und Musik) sank von 248 im Schuljahr 1889/90 auf 232 im Schuljahr 1899/1900.
Einen besonderen Hinweis erhielt die Schule durch das Königliche Provinzial-Schul-Kollegium am 15.Dezember 1889: " Am letzen Schultage vor den bevorstehenden Weihnachtsferien ist den Schülern in einem festlichen Akte unter Hinweis auf die Bedeutsamkeit der nächsten Jahreswende ein Rückblick auf die großen Ereignisse des zu Ende gehenden Jahrhunderts zu geben und ihnen ins Bewußtsein zu bringen, wie es Pflicht des heranwachsenden Geschlechtes sei, mit Dank gegen Gott das von den Vätern überkommene Erbe in Treue bewahren und fördern zu helfen." |
| Am Beginn des 20.Jahrhundert |
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Nach der Jahrhundertwende setzte eine stürmische Entwicklung der Schülerzahlen ein. Es machte schließlich einen Neubau in den Jahren 1911 bis 1913 erforderlich. Bis 1913 befand sich das Realgymnasium Tilsit in dem Gebäude in der Schulstraße, das obzwar 1874 um einen Flügel erweitert, den Anforderungen nicht mehr genügte. Außerdem wurde die Gründung einer Oberrealschule dringend gewünscht. Nach längeren Verhandlungen wurde beschlossen, beide Anstalten in einem Gebäude unter einer Leitung zu vereinen, und es wurde ein Platz jenseits des Schloßmühlenteiches in landschaftlich schöner Lage im neuen Villenviertel der Stadt gewählt. |
Bild links: Neubau des Realgymnasiums und der Oberrealschule 1913
Das Hauptgebäude enthält 19 Klassen, 3 Räume für Physik, 1 für Chemie; 3 Schülerübungsräume für Biologie, Chemie und Physik; 2 Zeichensäle mit Modellräumen; je 1 Zimmer für Naturwissenschaften, Karten und Gesang; je eine Lehrer- und Schülerbibliothek, ein Lehrerzimmer, ein Sprechzimmer, die Aula, das Amtszimmer des Direktors und die Schuldienerwohnung. Dem Hauptgebäude schließt sich auf der einen Seite die Turnhalle, auf der anderen das Direktorwohnhaus an. |
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Bild rechts:Die Aula im neuen Schulgebäude |
| Das Kriegsschuljahr 1914/15 und die Besetzung Tilsits durch russische Truppen |
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Der Jahresbericht von Oberstudiendirektor Dr. Schülke über das Schuljahr von Ostern 1914 bis Ostern 1915 ist kriegsbedingt und entsprechend einem Ministerial-Erlass vom Dezember 1914 verkürzt. Er enthält u.a. einen ausführlichen Bericht des Direktors über die russische Besetzung von Tilsit. Die Befreiung der Stadt erfolgte am 12.September 1914. |
![]() Lehrerkollegium 1918 mit Oberstudiendirektor Dr. Schülke |
| Das Tilsiter Realgymnasium in den 20er Jahren |
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Nach dem ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution von 1918 erfahren wir aus den in Berlin archivierten Schuljahresberichten erst vom Schuljahr 1921/22 an etwas über die höheren Schulen in Deutschland. Wurden kriegs- oder nachkriegsbedingt keine Berichte geschrieben oder sind sie verloren gegangen- wir wissen es nicht. Aus dem Tilsiter "Königlichen Realgymnasium" war das "Staatliche Reformgymnasium und Oberrealschule" geworden. |
![]() Lehrerkollegium 1925 V.l.n.r. Obere Reihe : Seidel, Stadie, Kutzner, Eckert, Lade, Adam, Budinski, Böhnke 2.Reihe: Peschel, Simon, Kopczynski, Nick, Krönert, Schulz, Mühlschlag, Stiebens, Rauter Sitzend : Zerrath, Prof. Leitner, Born, OStDir Schmiedeberg, Götz, Hassenstein |
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Im Unterricht wuchs in den 20er Jahren gegenüber der Vorkriegszeit die Bedeutung von Mathematik und Naturwissenschaften; bei den Sprachen rückte Englisch an die erste Stelle. Durch Teilnahme am wahlfreien Unterricht und an Arbeitsgemeinschaften nutzten viele Schüler die geschaffenen Möglichkeiten, zusätzliches Wissen zu erwerben. |
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Charakteristisch für die Zeit der Weimarer Republik sind die Wahl des Elternbeirates und die Bildung von Schülervertretungen. Der Jahresbericht von 1921/22 enthält auch den Hinweis auf einen unterzeichneten Abschnitt über die Selbstverwaltung der Schüler. Die Elternbeiräte, jährlich gewählt, haben die Arbeit der Schule stets in vertrauensvoller Weise unterstützt.. Besonders hervorzuheben ist die Gründung des "Bund der Freunde des Realgymnasiums und der Oberrealschule" auf einem Elternabend im Schuljahr 1929/30, der sich das Ziel setzte, die gesundheitliche Förderung der Jugend zu unterstützen und durch Beiträge und Spenden auch Schülern aus minderbemittelten Familien die Teilnahme an Klassenfahrten in Landschulheime zu ermöglichen. Bild links: Schauturnen auf dem Schulhof, 1926, mit OSchL Stadie |
| Das Schulleben in den Dreißigern |
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Statistische Angaben stellten seit jeher einen festen Bestandteil der Schuljahresberichte dar. Das wurde 1933 anders. Die letzten Angaben über die Schülerzusammensetzung datieren vom 1.02.1932. An diesem Stichtag wurden 610 Schüler verzeichnet, davon 413 Tilsiter, 74 Fahrschüler und 123 Schüler aus dem Umland, die in Tilsit in Pension wohnten. 20 Schüler aus dem Memelland waren als Ausländer erfaßt. Die Zusammensetzung nach Religion ergab 573 evangelische, 7 katholische und 15 jüdischen Glaubens. 14 gehörten sonstigen und 1 keiner Religion an. |
![]() Lehrerkollegium 1930: Vordere Reihe v.l.n.r. : StR Dr. Mühlschlag, StR Stiebens, StR Jankuhn, StR Götz, Oberschulrat Dr. Maaß, OStDir Busse, OStR Kerner, StR Schulz, OL Peschel, Mittlere Reihe: StR Kopczeyski, Ass. ?, StR Simon, StR Zerrath, OL Kutzner, StR Dr. Nick, StR Jankowski, OL Budinski, OL Stadie, StR Schaumann, StR Hassenstein, StR Adam, Hintere Reihe :StR Eggers, Ref. ? , OL Szalinski, Ass. Zerull, StR Lade, StR Dr. Klohn, StR Tooren, Ref. ?, OL Schütte |
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Unter dem Dach der Anstalt waren Reformrealgymnasium und Oberrealschule vereint. Jeder Zweig verfügte über die Klassen Untersekunda, Obersekunda, Unterprima und Oberprima, meist noch in a- und b-Klassen unterteilt. Der gemeinsame Unterbau bestand aus Sexta, Quinta, Quarta, Untertertia und Obertertia, ebenfalls mit Parallelklassen. Insgesamt waren es neun Schuljahre, die zum Abitur zu durchlaufen waren. Das Schuljahr begann im April und endete zu Ostern des Folgejahres. Die Schule beschränkte sich nicht nur auf reine Wissensvermittlung. Sie widmete sich zunehmend auch der erzieherischen Arbeit. Mit Ausgang der zwanziger Jahre hatte sich die Praxis herausgebildet, daß die oberen Klassen für 14 Tage in ein Landschulheim fuhren. Unterricht in freier Natur und gemeinschaftliche Erlebnisse hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Der Aufenthalt in den Landschulheimen gehörte zu den schönsten Erinnerungen des Schullebens. Bevorzugte Aufenthaltsorte waren in den Jahren 1930 bis 1936 die Jugendherbergen Gr. Dirschkeim, Sarkau und Rossitten. |
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Seit 1936 bahnte sich eine Verschiebung der inhaltlichen Akzente an. Was im Juni dieses Jahres im Schullandheim Hermershof bei Goldap stattfand, nannte sich Nationalpolitischer Lehrgang. Die Schule zog sich von nun an zurück. Der Aufenthalt in Sommerlagern wurde Angelegenheit des Jugendverbandes. |
| Oberschule für Jungen - das letzte Kapitel |
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1937 erhielt die Anstalt den Namen " Oberschule für Jungen zu Tilsit". Die bisherige Zweiteilung wandelte sich zu einem sprachlichen und einem naturwissenschaftlichen Zweig. Die Anzahl der Schuljahre wurde auf 8 reduziert. Viel mehr änderte sich nicht. Zu einem eindrucksvollen Unternehmen gestaltete sich im Juni 1939 der Schulausflug. Mit einem Sonderzug fuhr die gesamte Schule nach Memel, wo man die Stadt, den Hafen und Sandkrug besuchte. |
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Vom 1.09.1939 bis 13.09.1939 fiel die Schule aus. Dann gelang es, den Unterrichtsbetrieb einigermaßen aufrecht zu erhalten. 153 Schüler der Klassen 5-7 schickte man bis Oktober zum Ernteeinsatz. 24 Schüler der Klassen 8s und 8n meldeten sich freiwillig zum Wehrdienst und verließen die Schule vorzeitig mit einem "Reifevermerk". Die restlichen 19 Primaner machten am 1.3.1940 ihr Abitur. |
| Autor : Zusammengestellt aus Beiträgen von Hans Dzieran und Heinz-Günther Meyer Quelle : "Das Tilsiter Realgymnasium/Oberschule für Jungen zu Tilsit 1839-1999" Herausgegeben durch die "Stadtgemeinschaft Tilsit e.V. Kiel" Bilder: Archiv Schulgemeinschaft SRT |
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Anläßlich des 160.Schuljubiläums hat die Stadtgemeinschaft Tilsit e.V. in Zusammenarbeit mit der Schulgemeinschaft Realgymnasium Tilsit (SRT) die achtzigseitige Dokumentation im Format DIN A 5 herausgegeben. |
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Das Tilsiter Realgymnasium (Oberschule für Jungen zu Tilsit) 1839 - 1999
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Zusammengestellt und gestaltet wurde die Schrift von Hans Dzieran, dem Sprecher der Schulgemeinschaft. Die Jubiläumsschrift dürfte nicht nur für Mitglieder der Schulgemeinschaft, sondern auch für viele Tilsiter und "Nicht-Tilsiter" von Interesse sein. Interessenten erhalten die Schrift kostenlos ( auf freiwilliger Spendenbasis) bei der
Stadtgemeinschaft Tilsit e.V., Diedrichstraße 2, D-24143 Kiel
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© 2003/2007 Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
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