| Kirchspielort | ||
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von Gerd-Uwe Funk
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Das Dorf Pokraken liegt im nordwestlichsten Zipfel des Kreises Tilsit-Ragnit, der vom übrigen Kreisgebiet durch den Stadtkreis Tilsit getrennt ist. Mit Tilsit bestand eine Verbindung mit der Autobuslinie der Reichspost auf der Kreisstraße über Weinoten. Wann der Ort erstmals genannt wurde ist nicht bekannt. Die Bewohner waren überwiegend litauischer Abstammung. |
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![]() Weidenau -Postkarte ( Bild: E. Naujoks) links oben: Gasthaus; rechts oben: Schule - links unten: Kirche; rechts unten Poststation |
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Das Dorf, seit 1891 Kirchspielort, hatte neben der Kirche noch die Gastwirtschaft, die Poststation, eine Volks- und eine Privatschule, dann noch einige Handwerksbetriebe (Fleischer, Stellmacher, Schmiede). Das Vereinsleben bestand aus dem obligatorischen Kriegerverein, der aus Soldatenbünden des Ersten Weltkrieges hervorgegangen war, aus dem Evangelischen Jungmänner Verein, aus einem gemischten Chor. Dann noch den Frauenverein mit der Vorsitzenden Magdalena Jakobeit. Das Kirchspiel Pokraken war die Hochburg der Mennonitengemeinde Memelniederung. Die vier Bauern in Adlig Pokraken (später Adl. Grieteinen - Kreis Elchniederung) hatten in den Zwanziger Jahren des 18.Jahrhundert das lange unbewohnte Gutshaus gekauft und später dort einen Gebetssaal eingerichtet. Hundert Jahre später saßen deren Erben noch an der selben Stelle: Malwine Janz, Ewald Ewert, Hermann Hardt und Franz Rosenfeld. Keine zwei Kilometer betrug die Entfernung zwischen den beiden Kirchen, der evangelischen und der mennonitischen, die beide von romatischen Windungen des Flüßchen Schalteik gestreift wurden.Es gab schon damals ein gute Ökumene zwischen den Gemeinden. Das Dorf Pokraken wurde 1938 in Weidenau umbenannt. |
| letzte Statistik 1939 : |
Anmerkung: Kirchspielort - ev. Kirchspiel Weidenau (Pokraten) seit 1891 |
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |
| Kirchspiel : Weidenau - Pokraken : |
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Als Filiale der Litauischen Kirche in Tilsit war Pokraken schon 1723 erwähnt. Es scheint sich um eine Holzkirche gehandelt zu haben, die nach der Zerstörung im Siebenjährigen Krieg nicht wieder aufgebaut wurde. Die Parochie Pokraken wurde 1891 gegründet. Zum Kirchbau kam es 1894 - 1896. Das Kirchspiel Pokraken gehörte seit 1926 zum Superintendenturbezirk Tilsit innerhalb des Kirchenkreises Tilsit-Ragnit. |
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![]() Kirche vor 1945 |
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Zum Kirchspiel gehörten folgende Dörfer:
Nach dem Kriege war die Kirche unversehrt und wurde für wirtschaftliche Zwecke genutzt. Sie wurde nicht renoviert, was zum Zerfall des Ziegeldaches führte. 1980 war das Dach und der Turm noch in Ordnung. Das Gebäude war stabil, wurde aber nicht genutzt. Das Dach soll in einem katastrophalen Zustand sein, der Dachstuhl ist verrottet (1996). Die Siedlung ist vernachlässigt. |
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| Quellenhinweise: 1) Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 64/1999 -"Das vergessene Kirchspiel" von Gerd-Uwe Funk 2) Tilsit-Ragnit - Stadt und Landkreis - ein ostpreußisches Heimatbuch von Fritz Brix |
| Weitere Beitrage | |
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Erinnerungen an Weidenau (Pokraken) |
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Kindheitserlebnisse (Pokraken/Weidenau) |