| Kirchspiel Ragnit | |
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von Helmut Kudszus
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Kreis Tilsit-Ragnit, 5 km südlich Ragnit
Umrahmt von den Dörfern Altengraben, Kurschen, Groß-Kindschen und Wodehnen. Amtsbezirk Wodehnen mit den Dörfern Schuppenau, Petersfelde, Fröschen und Wodehnen. 381 ha, ca 140 Einwohner. Vom Gut Kurschen kam die Tilszele durch Schuppenau Richtung Wodehnen. Sie wurde mehrmals begradigt. Die Urstromtäler waren sichtbar. In den Krümmungen durch bewaldete Abhänge führte sie um den Schloßberg. Bei näherer Betrachtung war festzustellen, daß aus der Erhebung ein Hügel geschaffen war, in Verbindung mit anderen Schloßbergen in der Nähe. Nun waren hier Füchse und Dachse heimisch. An strengen Wintertagen hörte man das Bellen und Heulen der Tiere. Südlich des Schloßberges war der Sandberg der Gemeinde. Hier sind menschliche Überreste und waffenähnliche Funde gemacht worden. Man kann vermuten, daß es sich um eine Begräbnisstelle der Burg handelte. Ein Weg führte von Ragnit in südliche Richtung nach Gr. Kindschen und kreuzte sich im Ort mit der Straße von Kurschen nach Wodehnen. Rechts der Tilszele das Gut Schuppen, 1,75 ha, Eigentümer: Weisser, der zur Wehrmacht ging und gleich im Polenfeldzug fiel. Beim Gut waren beschäftigt: Melker Milschus, drei Söhne gefallen, Vorarbeiter Stark, die Deputanten: Mittwoch gefallen, Palkies und Jost. Bauer daneben: Helmut Kudszus, 21 ha. Vater Friedrich Kudszus war langjähriger Bürgermeister und Amtsvorsteher vom Amt Wodehnen und wurde von den Machthabern abgelöst, Drei Söhne sind gefallen. Nachbar Artur Kudszus, 47 ha. |
![]() Schuppenau: Hof Helmut Kudszus |
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Hinter dem Anwesen auf einer Anhöhe befand sich der Friedhof des Dorfes. Bei meinem Besuch 1988 waren die Gräber ausgeplündert, total verkrautet und mit großen Bäumen überwachsen. Über die Brücke auf der anderen Seite des Flusses, der total verkrautet ist und als Abwasserrinne dient, der Hof Neubacher (gefallen), 25 ha, danach Roschat, 26 ha. Jenseits der Kreuzung Bauer Frank, 26 ha, daneben Mauer, Ewald, Händler, 4 ha. Gegenüber Szalies, Deputand von Artur Kudszus, Sohn gefallen. Noch ein Altgebäude gehörte zum Hof Artur Kudszus. Weiter auf der selben Seite Otto Jucknat, Maurer, 4 ha, mit Einwohner Osward, Straßenwärter. Dann gabelte sich der Weg, rechts nach Gr. Kindschen und links zum Abbau des Dorfes. In der Gabelung Bumeleit, 4 ha, weiter links Skaliks, 3 ha, und Kairies (gefallen), 4,5 ha. Im Abbau: Szameitat, 10 ha, Sohn gefallen, Böhnke, 8 ha, Ballnus, 8 ha und Jesuhn, 4 ha sowie Waschkus mit 8 ha. Der Schulweg zum Abbau zur Schule Wodehnen betrug 21/2 km. Im Dorf nisteten viele Störche in der Nähe des Flusses und der Gräber, wo sie reichlich Nahrung fanden. |
![]() Volksschule(Rückseite) Wodehen 1988 |
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Beim Nachbarn Artur Kudszus gab es drei Nester. Oft sah man bei Tagesanbruch den Storch auf dem Hof spazieren. Wenn das Nest zu hoch wurde, denn der Storch vergrößert es dauernd, wurde es wegen des Gewichtes abgetragen. Ich kann mich noch erinnern, daß ein ganzer Hohlwagen mit Nestmaterial gefüllt war. Man fand darin Sachen, die man vermißte. Das Dorf ist von den Russen eingeebnet, Wege und Bäume sind verschwunden. Ich habe lange überlegt, wo der Hof war. Man hat große Betriebe eingerichtet, die total verfallen sind. Kein Mensch ist zu sehen. Es gab viele litauische Namen, auch bei den Dörfern. In Tilsit die Litauische Kirche und früher das Preußisch-Lithauische Dragoner-Regiment. Wenn wir Kinder nicht alles hören sollten, unterhielt man sich litauisch. Einige litauische Bezeichnungen hatten sich erhalten: Das Gebiet beim Hof nannte man Priwartis, ein Waldstück im Dorf hieß Langkutt und außerhalb des Dorfes nannte man Trakas. |
| Autor: © 2006 Helmut Kudszus (Text und Bilder) Quelle: Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 79/2006 Seite 70 |
| letzte Statistik 1939 |
Schuppenau (Einw.: 131 ; Fläche: 310 ha )
Anmerkung: zugehörig zu ev. Ksp. Ragnit |
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |