Museum Schmalleningken, Memelland
von Justinas Stonys

Schmalleningken befindet sich im Osten des Memellandes. Es ist ein Städtchen an der Grenze. Am 12. August 1902 eröffnete die Insterburger Kleinbahngesellschaft die Strecke Pogegen über Willkischken nach Schmalleningken. Gleich hinter Schmalleningken mündet der kleine Fluß Schwentoje in die Meme!. Der kleine Fluß war viele Jahre die Grenze nach Rußland. Gleich hinter der Schwentoje ist das Dorf Paschwenciai und dort war auch der russische Grenzposten.

Schmalleningken war der Grenzort zwischen den großen Staaten Deutschland und Rußland. Im zweiten Weltkrieg begann hier der Krieg mit Rußland. Auf beiden Seiten des Flusses Schwentoje wohnten Litauer, leider war die Kultur nicht dieselbe. Der westliche Teil war unter dem Einfluß deutscher Kultur. Großlitauen pflegte die litauische Volkskultur. Dort hatten die Russen ihren Einfluß. In Schmalleningken trafen sich die zwei Kulturen. Ein Teil der Bewohner war beeinflußt vom deutschen Kulturerbe.

Im Jahr 2004 wurde auf Grund einer privaten Initiative in Schmalleningken ein Museum gegründet. Hier kann man altertümliche landwirtschaftliche Technik, Maschinen, Haushaltsgeräte und alte Möbel sehen, auch so manches andere. Im Museum sind auch sehr interessante Bücher in litauischer, deutscher und russischer Sprache. Da befinden sich auch alte Schulbücher, Lesebücher, alte Schriften, Geldscheine, alte Drucksachen. Aufgrund der neuen Ausstellungsstücke wurde im Jahr 2006 ein besonderer Pavillon errichtet, welcher heißt "Schmalleningken - das östliche Tor des Memellandes". Er zeigt die Eigenschaften zweier Völker, Kulturen, den Einfluß auf die Bevölkerung.

An der Wand hängt ein Schild aus Metall: Grenze Jurbarkas-Pasvenciai. Daneben liegt ein Stück der Kleinbahnschienen der Kleinbahn Tilsit-Schmalleningken. Auf den Schienen steht geschrieben: Krupp 1901. Die zwei Ausstellungsstücke lagen viele Jahre ein paar hundert Meter voneinander entfernt, bis sie ins Museum gelangten. Daneben viele Bilder von Schmalleningken und Pasventen, Grenzposten vom Ersten Weltkrieg. Ein großes Album "Die Bewohner des Memellandes, Gesichter und Ansichten (Autor Domas Kaunas). Viele deutsche und russische Bücher, herausgegeben noch vor dem Ersten Weltkrieg. Deutsche Zeitungen, Zeitschriften, eine Sammlung, angefangen von den Zeiten des Kaisers Wilhelm II. Litauen wurde besetzt von der russischen Großmacht, die das Drucken litauischer Bücher und Zeitschriften streng verboten hat. Von 1863 bis 1905 wurden viele Bücher, besonders kirchliche Bücher in Tilsit, Königsberg oder Berlin gedruckt. Solche Bücher, die für Litauen bestimmt waren, sind im Museum eine große Sammlung. Auch alte kirchliche Bilder, Uhren, Fotos und Kinoapparate. Dabei ist auch einer der ersten Apparate der Welt, welcher in München hergestellt wurde. Das Museum sammelt und stellt auch Arbeiten über das Memelland von Wissenschaftlern verschiedener Länder aus. Das Museum und auch die Abteilung über das Memelland machen immer weiter.

Dabei helfen nicht nur Litauens Bewohner, auch Leute aus dem Ausland sind beteiligt. Besonders muß ich mich bedanken für die Helfer, die in Deutschland wohnen und sich beim Sammeln der Ausstellungssachen beteiligen. Das sind Herr Witold Fugalewitsch, Schlesen, Herr Manfred Malien, Preetz, Herr Hans-Erhardt von Knobloch, Berlin-Dahlem, Niko Markin aus Oldenburg.

Es werden Unterstützer aus Deutschland, besonders Kontakt des Schmalleningker Museums mit einem Museum in Deutschland gewünscht. Das könnte eine besondere Gelegenheit für ein Museum in Deutschland sein, hier eine Abteilung zu haben für ihre Ausstellungssachen im östlichen Teil des Memellandes. In der nächsten Zeit wird das Museum sich erweitern. Es ist das altertümliche, materielle Kulturerbe nach Arbeitstechnologie und Berufen. Es müßten 34 Technologien sein. Das würde 16 Berufe ergeben. Dafür sind schon die meisten Ausstellungsstücke vorhanden. Es muß ein Pavillon gebaut und eingerichtet werden. Große Sorgen machen uns die alten Friedhöfe im Memelland. Die Friedhöfe sind schon bald vernichtet. In Schmalleningken ist der alte Friedhof noch besser erhalten. In Heydekrug ganz vernichtet. In der sowj. Zeit vernichtete die Ideologie alles. Jetzt wüten dort die Alkoholiker, und die Diebe stehlen alles, was aus Metall ist, Kreuze usw. Im Museum könnte eine Abteilung sein für sakrale Sachen, welche auf dem Friedhof kaputtgeschlagen sind und dort herumliegen. Mit der Zeit verschwinden auch diese Teile. So könnte man auf solche Art noch etwas retten. Die alten Friedhöfe sind auch ein historisches Kulturerbe.


Das Museum ist das ganze Jahr täglich geöffnet. Hier werden alle Vorbeifahrenden und auch sonstige Gäste erwartet. Gewünscht sind Gäste aus Deutschland. Hier findet man 50% deutsche Ausstellungsstücke.

Der Leiter des Museums
Justinas Stonys
"Senvinis technikos muziejus"

Liepu 2
LT-74221 Smalininkai
Jurbarko raj./Litauen

Autor: © 2007 Justinas Stonys
Quelle: "Memel-Jahrbuch" für das Jahr 2008 - Selbstverlag Manfred Malien 24211 Preetz

Orte nördlich der Memel



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 04.01.2008
www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Freitag, 14. Januar 2011