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von Edeltraut Zenke-Kryszat
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Ja, ihr habt richtig gelesen: Nachdem das Mittelschiff ganz eingestürzt und alles Deutsche weitgehend vernichtet war, schaffte es die jetzige Bürgermeisterin, gestärkt durch einige neu erwachte Gläubige, das Interesse der Königsberger Orthodoxie für die relativ gut erhaltene Ruine zu wecken. Drei Arbeits-Mönche und die Dorfgemeinschaft säuberten den Innenraum und begannen, einen kleinen Dachabschnitt neu einzudecken. Auch die Hölzer des hohen Turmdaches konnten schon ausgebessert und die Ruine am 4. Dezember durch einen Königsberger Popen und Chor neu geweiht werden. An diesem Datum, das sich fast mit unserer Weihe am 22.12.1907 deckt, soll nun jährlich eine besondere Feierstunde gehalten werden. In unser Bedauern, daß es keine evangelische Kirche mehr ist, sollte die Freude, daß aus einem Kühe-Asyl wieder ein Gotteshaus und unser Orientierungsmerkmal "Turm" erhalten wird, unbedingt weit überwiegen. Die Mönche, die sich derzeit in der 1. Etage des Pfarrhauses ihr Domizil einrichteten, haben im Parterre so etwas wie unsere Sonntagsschule (Christenlehre) begonnen und sich zum Ziel gesetzt, in drei Jahren das Dach zu schließen. Da die Gläubigen bis dahin bei Regen und Schnee mit Schirmen beim Gottesdienst stehen müssen, wurden wir bereits um Spenden gebeten, die nach Ausführung eines Bauabschnittes an die Bürgermeisterin zu übermitteln wären. Daher glaube ich, einen Aufruf verantworten zu können, und bei einer Überweisung an die Kreisgemeinschaft unbedingt den Zusatz "Kirche Sandkirchen" zu notieren. Schade finde ich aber, daß die 'Kirchweih' so in den Winter fällt und damit kaum Ehemalige daran teilnehmen können. Traudel Zenke-Kryszat |
| Quelle: Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 77/2005 |
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aus dem Reisebericht vom 10. bis 16.Juni 2006
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In meinem Reisebericht vom Juni ist vom Wiederherrichten unserer Kirche die Rede. Auf jeden Fall steht fest, daß es in Timofeewo gute Baufortschritte gibt, weswegen ich Euch auch nochmals um eine "gute" Spende für den noch nicht wieder eingedeckten Turm bitte, damit unser weit sichtbares Orientierungsmerkmal als solches erhalten bleibt und auch der Innenausbau der Kirche Fortschritte machen kann. Für das Dach spendete die Baltische Flotte. Laut Lasdehner Zeitung ist eine Glocke vorgesehen. Versteckt auf dem Dach der niedrigeren Sakristei das zusätzliche orthodoxe Kreuz. Über die Leiter werden die zugemauerten Fenster wieder geöffnet. Nun werden Spenden für Glas gesucht. Nach einer leckeren Sauerampfersuppe bei der Bürgermeisterin kam das lang erwartete Treffen mit einem der Arbeitsmönche, Tarassow, Wladimir Viktorowitsch, (die anderen sind Suslow, Aleksander Jurjewitsch und Lebedew, Jewgeni) im Büro der Bürgermeisterin, die zwar seit fünf Jahren in Rente, aber immer noch im Dienst ist. Beide waren froh, gerade zu diesem Zeitpunkt eine projektgebundene Spende zu erhalten. |
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Nach der Übergabe von sechs russ. Bibeln und einem Gebetbuch, die geprüft und für richtig bezeichnet, dankbar angenommen wurden, erfuhren wir, dass bereits 10 Taufen erfolgen konnten, was uns bersondersfreute, zeigt es, doch, daß die Menschen diese Kirche gerne annehmen werden. Diese Arbeitsmönche sind seit 14 Monaten im Dorf und lesen mit den Bewohnern Gebete - bis zum Bauende. |
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Ob sie danach bleiben können, ist ihnen nicht bekannt, Versetzung zu einem ähnlichen Projekt - irgendwo - ist möglich. Ein neuer "Vater" = Atjez, also eher Pater ("Pope" wird nicht gern benutzt, fast abwertend verstanden), soll nach der auch noch vorzunehmenden Renovierung des Pfarrhauses, das schon länger nicht mehr als Kindergarten genutzt wird, dort wohnen. Wo die Mönche ihre derzeitige Bleibe haben und wie ihre Lebensbedingungen sind, konnte ich in der knappen Zeit nicht ermitteln. An ihren Oberhirten = lero-Monach (-Mönch), Vater Cornilyi, der das Gesamtprojekt (Kirche, Pfarrhaus, Sonntagsschule, Mönchswohnungen) betreut, wird unsere Spendensumme weitergeleitet. Meine Frage, ob es möglich wäre, daß evangelische Deutsche an einem Gottesdienst teilnähmen, wurde bejaht und betont, daß man dies sogar gerne sehen würde. Einen ökumenischen Gottesdienst könne er sich auch vorstellen, besonders, da sich der oberste Patriarch vor kurzem mit dem Papst getroffen habe, aber zu der Frage wolle er sich doch erst beim Metropoliten in Königsberg rückversichern. Zum Abschluß konnte ein Gruß und Segensbrief von "unserem" Bischof Dr. Abromeit aus Greifswald, verwurzelt in Dreifurt, in russischer Übersetzung verlesen und zweisprachig übergeben werden. Die genaue Übersetzung des jetzigen Kirchenamens ist |
| Quelle: Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 79/2006 |