| Kirchspiel Sandkirchen: | |
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von Walter Broszeit
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Über diese Gemeinde befinden sich weder in den amtlichen Unterlagen noch in dem vorhandenen Kartenmaterial beim Staatl. Archivlager in Göttinnen irgendwelche Aufzeichnungen. Ein Grund hierfür mag sein, daß die Gemeinde ursprünglich aus fünf kleinen Ansiedlungen mit den Eigenbezeichnungen: Neu Mickehnen, Jodkojei, Duselei, Schokelei und Narkutte bestanden hat. Als weiterer Grund für die fehlende Erfassung mag darin bestehen, daß diese fünf kleinen Siedlungen auf dem Grund und Boden des Forstfiskus errichtet worden sind und die Siedler weder zum Scharwerk verpflichtet waren, noch irgendwelchen Zins zu leisten hatten, sondern von der Forstkasse Haselberg (Lasdehnen) noch bis 1931 Zuschüsse zur Festigung ihrer Existenzen erhalten haben. Diese Kleinsiedlungen sind offenbar im Zuge der Neubesiedlung ab 1730 entstanden. Die Großmutter des Verfassers mütterlicherseits ist 1854 in einer dieser Kleinsiedlungen, nämlich in Narkutte geboren und hat die Schule im Nachbarort Mickehnen ( Gut Juckstein ) besucht. Zu dieser Zeit hat Narkutte schon einen älteren, eigenen Friedhof gehabt. Schon dieser Generation war über die Entstehung dieser kleinen Orte nichts bekannt. Demnach müssen diese kleinen Orte oder einzelne Ansiedlungen schon einige Generationen bestanden haben. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden diese fünf Kleinsiedlungen zu einer politischen Gemeinde unter der Bezeichnung "Neu Krauleidszen" vereinigt. Der Forstfiskus zahlte auch an die neu gegründete Gesamtgemeinde den Zuschuß, zuletzt mit dem Betrag von 720,- RM jährlich. 1931 löste das Reichsministerium für Landwirtschaft und Forsten diese Beihilfe mit dem zwanzigfachen Betrag ( 14 000 RM ) ab. Bei der Änderung der Ortsbezeichnung 1938 wählte die Gemeinde unter Bezugnahme auf die vorherige Vereinigung die Bezeichnung " Sammelhofen ", Trotz der Zusammenlegung der vorherigen Streusiedlungen war ein geschlossenes Gemeindegebiet nicht zustande gekommen. Vom Norden her schob sich ein Keil des Gemeindegebietes von Hohenflur durch das Gemeindegebiet von Sammelhofen bis zur Grenze Sandkirchen und trennte so, wie aus der Gemarkungsskizze ersichtlich ist, den östlichen Teil der Gemeinde völlig ab. Ein indirekter Zusammenhang war jedoch gegeben, da einige Bewohner von Sammelhofen in dem hineinragenden Keil von Hohenflur Eigentumsflächen besaßen und somit die politische Trennung äußerlich gar nicht sonderlich auffiel. |
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Während die Gemeinde östlich die Gemarkung von Sandkirchen umschloß, grenzte sie im Süden an Kleinschollen und Großschollen. Im Westen an Waldau und im Norden an Hohenflur und Aschen. Die Gemeinde ist von der Separation nicht betroffen worden, da offenbar bei der Neubesiedlung unter Mitwirkung der Forstverwaltung eine im modernen Sinne geordnete Flächenzuteilung erfolgt ist. Mit einer Gesamt flache von 212 ha und 165 Einwohnern im Jahre 1939 war sie eine kleine Gemeinde mit nur bedingter Eigenständigkeit. Außer der politischen Gemeindevertretung bestanden keine weiteren öffentlichen Einrichtungen . Mit dem Kirchdorf Sandkirchen bildete sie einen Schulverband. Die Kinder der Gemeinde besuchten somit alle die zweiklassige Schule in Sandkirchen. Auch in allen Belangen wirtschaftlicher Art war sie mit dem Kirchdorf eng verbunden, da in der Gemeinde selbst keine Handelsgeschäfte bestanden. Als Besonderheit ist zu vermerken, daß die fünf Friedhöfe der früheren fünf Kleinsiedlungen erhalten geblieben waren und von den einzelnen Ortsteilen früherer Struktur weiterhin benutzt und gepflegt worden sind. Die sehr verzweigte Besiedlung der Gemarkung in der ebenen Landschaft ließ weder eine Ortsmitte noch Abgrenzungen zu den Nachbardörfern erkennen. Bei der auch hier unterschiedlichen Bodenqualität, mühsam gewonnen aus ehemaligem Waldgelände, mit einem Gemeinde-Durchschnittshektarsatz von 500,- RM waren nur kleinere landwirtschaftliche Betriebe entstanden. 22 Besitzungen in Größe von 5 bis 12,5 ha waren als selbständige Existenzen anzusprechen. Die übrigen Kleinbetriebe waren auf Nebenerwerb aller sich bietenden Art angewiesen. |
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Selbständige gewerbliche Betriebe:
Uredat,Johann ..................Bauunternehmer Görke, Adolf ......................Bauunternehmer Kalendruschat, Georg ......Getreidelohndrescher Voigt, Hermann ................Vieh- u. Schweineaufkäufer Rohde, Friedrich jun. ........Schneider Hirscher, Gustav ..............Schuhmacher Unselbständige Erwerbstätige: Dagott, Max ......................Briefträger Boykies, August ...............Briefträger Pieper, Max ......................Maurer Hermann, Richard ............Maurer Hermann, Willy .................Maurer Die Gemeindevertretung bestand aus dem Bürgermeister, 6 Ratsmitgliedern und 2 Schöffen. Die letzten bekannten Bürgermeister waren: Jurgeit, Georg Deskau, Franz Dedeleit, Heinrich, ab 1930 (bis zur Vertreibung) Als letzte Schöffen waren berufen: Lenuweit, Albert, Dagott, Max. |
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Neben seinem Bürgermeisteramt wirkte Heinrich Dedeleit als Mitglied im Aufsichtsrat der Raiffeisenkasse Sandkirchen mit. Weitere ehrenamtliche Tätigkeit im Wechsel als Vorsteher und als Vorstandsmitglied im Schulverband und im Brandschadenhilfsverein übte der stets rührige Mitbürger Johann Uredat aus. Auf seine Initiative mit, ist auch die Gründung des erwähnten Brandschadenhilfsvereins erfolgt. Die sehr enge Verbindung mit dem Kirchdorf Sandkirchen beruhte auf die früher beiden Gemeinden eigene kleinbäuerliche Gesamtstruktur und wirkte sich in vielen wirtschaftlichen und sogar in manchen öffentlichen Bereichen zum Vorteil für beide Gemeinden aus. |
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| Autor: © 1971 Walter Broszeit Quelle: "Das Kirchspiel Sandkirchen Kreis Tilsit-Ragnit" - Herausgeber Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V - Ausgabe Oktober 1975 |
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letzte Statistik 1939:
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Anmerkung: zugehörig zu ev. Ksp. Sandkirchen |
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |
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Dorfskizze mit Verweisliste zu den Grundeigentümern/Mietern (6 Seiten - 340 KB) |