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Das Gut Pucknen lag etwa 3 km von dem Postort Ruddecken entfernt. Dahin kam man auf einem ausgebauten Kiesweg auf eine Steinchaussee. In Ruddecken lag auch die nächste Wirtschaft mit Kolonialwaren, Gastwirtschaft und Ausspannung (Gröchel, Klemm). Nach 5 km weiter auf der Steinchaussee kam man zum Örtchen Schulen mit der Bahnstation. Der Bahnhof Schulen lag auf der Strecke zwischen Tilsit und Insterburg. Zur anderen Seite führte vom Gut Pucknen ein Landweg von etwa 2 1/2 km auf die genannte Steinchaussee und nach weiteren 6 km erreichte man den Kirchort Lengwethen (Hohensalzburg). Dort stand die evgl. Kirche, die von den eingewanderten Hohensalzburgern im 17ten Jahrhundert erbaut worden war. Auf dem Kirchplatz war in den 20er Jahren ein mächtiger Stein - ein sogenannter Findling - aufgestellt worden. In den Stein waren die Namen aller im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des Kirchspiels eingeschrieben worden. Der Stein stammte aus Pucknen. Zum Transport des Steines war ein schwerer Wagen der Firma Rosenkranz aus Witten mit der Bahn herbeigeschafft worden. |
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Einrichtungen auf dem Gut Pucknen
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| Von Fritz Ruhnke in Witten im September 1971 niedergeschrieben |
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Das Gut Pucknen war durch manche gute Einrichtungen ausgezeichnet. Der Betrieb war von der Landwirtschaftskammer Königsberg als Musterbetrieb anerkannt worden, das heißt unter anderem, daß der Besitzer das Recht hatte, Landwirtschaftslehrlinge auszubilden. Außerdem hatte die Ehefrau das Recht, Hauswirtschaftslehrlinge auszubilden. Im Jahre 1939 wurde die Wasserversorgung auf die allerbeste Art hergestellt. Ein Bohrbrunnen mit einer Tiefe von 57 m, der sich etwa 40 m vom Gutshaus entfernt auf dem Hof befand, brachte bestes Grundwasser hervor, das nie versiegte. Menschen und Tiere waren versorgt. Sogar die Nachbarschaft machte von dem Wasser zum Wäschewaschen Gebrauch. Die Elektrizität für alle Haushalte, Stallungen und Maschinen kam vom Überlandwerk/Ostpr. Haushaltsgeräte, Pumpen, Rübenhacker und Motoren, die die landwirtschaftlichen Maschinen antrieben, wurden mit elektrischer Kraft gespeist. Auf dem neuen Speicher stand eine Kleesaat-Reinigungsanlage, denn der Betrieb war als Kleesaat-Vermehrungsbetrieb anerkannt worden. Ein Gebläse wurde von einem Elektromotor angetrieben. Zwei Lanz-Traktoren, ein Lanz-Zapfwellenbinder und viele landwirtschaftliche Maschinen und Geräte standen auf dem Hof für die Ackerbestellung zur Verfügung. Die Landarbeiterfamilien waren alle schon damals im Besitze von Rundfunkapparaten. Die Gutsküche war neben dem Feuerherd mit einem großen elektrischen Herd und Bosch-Kühlschrank ausgerüstet. |
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Das Gut Pucknen hatte an Gebäuden:
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1.) Ein Gutshaus mit 14 Räumen im Hochparterre und ersten Obergeschoß. Unter dem ganzen Gebäude befand sich ein sehr guter hoher und trockener Keller. 2.) Die sogenannte "alte Scheune" im Hinterhof von 60 m Länge und 72 m Breite. 3.) Die neue Scheune von 60 m Länge und 12 m Breite stand dem Gutshaus gegenüber in einer Entfernung von etwa 300 m in Richtung Norden. 4.) An der Westseite des Hofes stand der massive Pferdestall, dem sich in seiner Verlängerung der Schweinestall anschloß. 5.) An der Ostseite des Hofes befand sich der Jungviehstall. 6.) Ebenfalls an der Ostseite des Hofes im Anschluß an den Jungviehstall befand sich der 1924 erbaute Kuhstall, dessen Giebel auf den Hof zeigte und in dessen Obergeschoß der neue Speicher eingerichtet war. 7.) An den Kuhstall schloß sich der alte Fachwerkspeicher an, der 4 Schüttungen übereinander hatte. Im Obergiebel war der Taubenschlag. 8.) Hinter dem Kuhstall befanden sich zwei Grünfuttersilos. 9.) Der Gutshof war etwa zwei Morgen groß, der Hinterhof etwas kleiner. |
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10.) An die Rückseite des Gutshauses schloß sich ein etwa drei Morgen großer Obstgarten an mit ca. 720 Obstbäumen und allen Beerensorten. Im Garten befand sich auch der Friedhof für die Familie des Besitzers. 11.) Östlich vom Gutshaus, etwas zurückgesetzt, befand sich die Gutsschmiede und die Autogarage. 12.) Etwas weiter, etwa in Höhe der Schmiede gelegen, befand sich ein aus Holz erbautes Gebäude, das die Kutschwagen beherbergte, eine Geschirrkammer, die Stellmacherei und zwei kleine Räume für Angestellte. Daran schloß sich der Hühnerstall mit großem Fenster nach Süden an. 13.) Ein kleiner massiver Stall für Jungenten stand im hinteren Teil des Gartens an einem Teich, ein Kükenstall im vorderen Garten und ein zweiter auf dem Hinterhof. 14.) Nicht weit vom Gutshof entfernt neben der neuen Scheune stand das 1912 erbaute sogenannte Insthaus für 6 Arbeiterfamilien. 15.) Dahinter ein Stallgebäude für die Kühe, Schweine, Hühner und weiteren Tiere der Arbeiterfamilien. 16.) Etwa 720 m nach Westen stand das sogenannte hölzerne Insthaus für 4 Arbeiterfamilien. 17.) Dahinter ein Stall für deren Tiere. 18.) Etwas weiter entfernt vom Gutshof, in der Nähe des Bauerngehöftes Kaupat, stand noch ein Insthaus für 4 Arbeiterfamilien. In diesem Gebäude wohnten zuletzt die Melkermeisterfamilie und die Vorarbeiterfamilie. 19.) Ein Stallgebäude gehörte ebenfalls dazu. |
| Autor: Fritz Ruhnke Quelle: "Memel-Jahrbuch" für das Jahr 2003 - Selbstverlag Manfred Malien 24211 Preetz |