| als ein Erinnerungsdenkmal an der Memel | |
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von Herbert Korth
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Mit diesem Bericht soll noch einmal unser Bismarck-Turm in Ober-Eißeln an der Memel für unsere noch lebenden Landsleute und nicht zuletzt für unsere Nachfahren ein kurzer Erinnerungsabriß und Ausblick gegeben werden. Vom Standort des Turmes aus in 68 m Höhe, der aus Feldsteinen erbaut wurde, konnte man bis 1944 Einblick erhalten, welche geschichtlichen Vorgänge sich zwischen den Höhenzügen bei Willkischken und Ober-Eißeln ereignet haben. Diese Bergkette wurde von einem Stausee durchbrochen, und so konnte das neue Strombett der Memel seinen heutigen Verlauf zum Kurischen Haff nehmen. |
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An diesem Durchbruch als eine besondere Bodenerhebung des Kreises Ragnit entstand der landschaftlich schöne und idyllische Ausflugsort Ober-Eißeln mit dem Gartenlokal der Familie Schober. Der Wanderweg - auch Daubas genannt - führte durch die bewaldeten Hänge von Ragnit nach Ober-Eißeln und wurde gern genutzt, um sich seelisch und körperlich aktiv zu erholen. Ausflügler besonders aus Tilsit und Ragnit unternahmen dazu schöne Dampferfahrten, um auch bei dieser Gelegenheit den am 17. August 1912 eingeweihten Bismarck-Turm mit seiner Höhe von 23 Metern zu besteigen und einen landschaftlich besonders schönen Rundblick zu genießen. |
![]() Ober-Eißeln : Bismarck - Turm |
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Das um das Jahr 1920 entstandene Bild des Turmes zeigt auch in seiner Umgebung eine ansprechende gärtnerische Gestaltung dieses Denkmals zur Erinnerung eines deutschen Staatsmannes, Fürst Otto von Bismarck (1815-1898). Als Kanzler der Kaiserzeit (1871 -1890) erwarb er sich in dieser Zeit besondere Verdienste in seiner Regierungszeit auf sozialem Gebiet. Im Einweihungsjahr 1912 war es der 97. Geburtstag und der 14. Todestag des ersten Kanzlers in der kaiserlichen Regierungszeit. In der Regel ist solch ein Erinnerungstag mit der Einweihung an einem besonderen Geschichtsdatum eng verbunden. |
![]() Ober-Eißeln (Litauische Schweiz) |
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Im gärtnerischen Umfeld des Turmes an der Ostseite befand sich die Ruhestätte eines deutschen Soldaten, der durch russischen Beschuß getötet wurde. Er war dort als Beobachtungsposten im 1. Weltkrieg eingesetzt. An der Nordseite befand sich eine würdige Grabstätte für den bei einem Jagdunfall im Jahre 1933 tödlich verunglückten Landrat Dr. Penner (1921-1922). Diesen schönen Platz der Bestattung am Fuße des Bismarck-Turmes hatte sich Dr. Penner schon zu Lebzeiten gewünscht. |
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Ein Aufbau dieses Turmes wäre für unsere nachfolgende Generation in Zusammenarbeit mit den dort regierenden russischen Behörden eine dankbare Aufgabe. Dazu müßte sich sicher der ursprüngliche Charakter des Bismarck-Turmes in seiner Aussage ändern. Sicher würden gern die Anwohner und Besucher sich einen Rundblick auf der Plattform dieses Aussichtsturmes gönnen. |
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Ein erhöhter Fernblick von dieser Stelle aus zu den grünen Memelwiesen mit der Aussicht zum Flußlauf der Memel insbesondere in Richtung Ragnit und Memel wäre eine bleibende Erinnerung. Die umliegenden Wälder, Wiesen und Weiden erinnern auch an die Vielfalt der Natur in unserer ostpreußischen Heimat, die uns in der kommenden Zeit erhalten bleiben möge. |
| Autor : Herbert Korth, 09599 Freiberg, früher wohnhaft in Unter-Eißeln-Abbau Quelle : "Land an der Memel" Nr. 72/2003 |