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Die folgenden Angaben betreffen einzig den Kreis Tilsit, wie er nach dem 1. Weltkrieg noch bis 1919 bzw. 1920 bestand. Bis dahin waren die Kreise Tilsit und Ragnit voneinander getrennt, also selbständige Kreise gewesen. Zu jedem dieser Kreise gehörte ein Teil des Memellands. Die Memel floß fast mitten durch diese Kreisgebiete. Welche größeren landwirtschaftlichen Betriebe es bis ca. 1920 im Kreis Tilsit unter Einbeziehung des Anteils im damals noch deutschen Memelland gab, zeigt folgende Aufstellung. Zu deren Erarbeitung wurde besonders die Literaturquelle [1] (siehe am Schluß dieses Artikels) herangezogen. Erläuterungen zum Schema der folgenden Kurzbeschreibungen der landwirtschaftlichen Güter im Kreis Tilsit 1919/20: Die Güter sind alphabetisch nach ihren Dorfnamen geordnet (Namensgebung nach dem Stand vom 1. Juni 1939; in Klammern der frühere Ortsname). Zum leichteren Auffinden der Gutsdörfer auf der Landkarte ist deren Entfernung vom jeweils nächsten Bahnhof (Bf.) in km angegeben, falls das betreffende Dorf nicht selbst einen Bahnhof hatte. Im Memelland befindliche Gutsdörfer haben nachstehend den Zusatzvermerk Memelland. Die Zahl mit der beigefügten Flächeneinheit ha (Hektar) gibt an, wie groß die bewirtschaftete Gesamtfläche (zus. Acker, Wiesen, Weiden, Holzungen, Gärten, Umland, Hofräume, Wege und Wasserflächen) des jeweiligen Gutes war. Zahl der Pferde ist meist einschließlich der Fohlen, Zahl des Rindviehs immer als Summe von Milchkühen, Bullen und Kälbern angegeben. |
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Ablenken, 4 km bis Bf. Gröszpelken, Memelland; Absteinen, 4 km bis Bf. Willkischken, Memelland; Adelshof (Naudwarischken), 6 km bis Bf. Linkuhnen; Alex-Meschkeit, 3 km bis Bf. Stonischken, Memelland; |
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Baubeln Adlig -, 2,5 km bis Bf. Pogegen, Memelland; Bendigsfelde (Bendiglauken), 4 km bis Bf. Tilsit; Berneiten (später vermutl. in Pamletten eingemeindet), 2 km bis Bf. Pamletten; Rittergut; 318 ha, 36 Pferde, 160 Rindvieh; Birgen (Birjohlen), 5 km bis Bf. Tilsit; |
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Bojehnen, 3 km bis Bf. Gudden, Memelland; Dingken, 3 km bis Bf. Jecksterken, Memelland; Ehrenfelde (Eromeiten), 3 km bis Bf. Pamletten; Ernstthal, 1, 2 km bis Bf. Strasden, Memelland; Grigoleiten, 2 km bis Bf. Pogegen, Memelland; Groß-Plauschwarren Adlig-, Memelland, 5 km bis Bf. Tilsit; Rittergut, zum Gutsbezirk Schilleningken gehörig; 134 ha, keine Pferde, 62 Rindvieh; |
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Großschenkendorf (Lenkonischken), 4 km bis Pamletten; Groß-Schillgallen Adlig-, 3 km bis Bf. Jecksterken, Memelland; Grünheide, 2 km bis Bf. Jecksterken, Memelland; Hegehof (Adlig-Schilleningken), 5 km bis Bf. Tilsit; Heydeberg, 7 km bis Bf. Mädewald, Memelland; |
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Jägenberg, 5 km bis Bf. Pogegen, Memelland; Jogauden, 5 km bis Bf. Willkischken, Memelland; Jonikaten, 4 km bis Bf. Gudden, Memelland; Kallehnen, 3 km bis Bf. Laugszargen, Memelland; Kallweiten, 3 km bis Bf. Willkischken, Memelland; Kerkutwethen, 3 km bis Bf. Willkischken, Memelland; Kleinballgarden (Ballgardehlen), 3 km bis Bf. Girschunen; |
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Kubsteningken, 6 km bis Bf. Mädewald, Memelland; Kutturen, 9 km bis Bf. Laugszargen, Memelland; Kutzen, 6 km bis Bf. Jecksterken, Memelland; Lasdehnen, 6 km bis Bf. Jecksterken, Memelland; Laugszargen, Bahnstation, Memelland; Mädewald, Bahnstation, Memelland; |
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Maszurmaten, 2 km bis Bf. Willkischken, Memelland; Gut; 72 ha, 8 Pferde, 42 Rindvieh; Milchbude Adlig-, Memelland, 4 km bis Bf. Tilsit; Moritzhöhe (Moritzkehmen), 5 km bis Bf. Tilsit; Pakamonen, 3 km bis Bf. Stonischken, Memelland; Pellehnen, 5 km bis Bf. Jecksterken, Memelland; Piktupönen, 3 km bis Bf. Cullmen-Jennen, Memelland; Pillwarren, 5 km bis Bf. Stonischken, Memelland; Polompen, 4 km bis Bf. Willkischken, Memelland; |
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Preußen, 5 km bis Bf. Tilsit; Prussellen, Memelland, 5 km bis Bf. Tilsit; Punkt-Preußen, 3 km bis Bf. Tilsit; Rothof, 4 km bis Bf. Willkischken, Memelland; Schimkaiten, 3 km bis Bf. Gudden, Memelland; Schreitlaugken Adlig-, Memelland (im Memelbogen gegenüber Ragnit), 8 km bis Bf. Willkischken; Rittergut, mit Wahlenthal, Kämpen und Dallnitz; 2267 ha, 200 Pferde, |
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Senteinen, 3 km bis Bf. Tilsit; Gut und Ziegelei mit Ringofen und Maschinenbetrieb; 64 ha, 21 Pferde, 40 Rindvieh; Siedelhöhe (Paschelgsten), 3 km bis Bf. Girschunen; Sterpeiken, 3 km bis Bf. Cullmen-Jennen, Memelland; Swareitkehmen, 3 km bis Bf. Mädewald, Memelland; Tauern (Taurothenen; Gut Klein-Taurothenen später in Taurothenen eingemeindet), 3 km bis Bf. Argenhof; Gut; 119 ha, 22 Pferde, 75 Rindvieh; |
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Obwohl die Titelseite von [1] auf eine seriöse Erarbeitung der Buchvorlage schließen läßt, ist in dieser Aufstellung mit Fehlern und fehlenden Angaben zu rechnen. Das Buchmanuskript entstand vermutlich schon weitgehend 1919, im ersten Jahr nach dem 1. Weltkrieg, als Eile geboten war. Die Absicht der Siegermächte, das Memelland von Deutschland abzutrennen, war da bereits bekannt. Es hätte nämlich passieren können, daß die Sieger infolge ihrer Annexionsabsichten schon sehr bald verboten hätten, das Memelland in einem amtlichen Schriftwerk noch als deutsches Gebiet auszuweisen. Am 16. Juni 1919, bereits vor Abschluß des Versailler Vertrages, erhielt die dt. Reichsregierung eine verbindliche Note mit der Mitteilung, "daß die alliierten und assoziierten Mächte entschieden hätten, das Memelgebiet Deutschland wegzunehmen. Es sei immer litauisch gewesen ..." (s. [2] Seite 32). Bei dieser Entscheidung blieb es auch. "Wie im Burgenland und in Südtirol, in Moresnet, Eupen-Malmedy, Elsaß-Lothringen, im Hultschiner Ländchen, in Oberschlesien, Posen, Westpreußen und Danzig, wurde auch im Memelland das vom amerikanischen Präsidenten W. Wilson zuvor am 11. Februar 1918 beschworene Selbstbestimmungsrecht der Völker grob mißachtet" (s. [2] Seite 35). Trotz wiederholter heftiger Proteste der deutschen Bevölkerung trennten die Siegermächte die von ihnen zur Annexion bestimmten Gebiete ohne vorherige Volksabstimmungen, also gewaltsam ab. Wer Interesse hat, die Geschichte des Memellands des 20. Jahrhunderts genauer kennenzulernen, möge insbesonders das Buch [2] erwerben. Den Interessenten sei geraten, die Bestellung im Buchhandel bald aufzugeben, bevor die letzten Exemplare vergriffen sind. |
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Anmerkungen:
[1] Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch für die Provinz Ostpreußen. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Mit Unterstützung der General-LandschaftsDirektion zu Königsberg i. Pr., nach amtlichen Quellen und auf Grund unmittelbarer Angaben von Julius Ernst bearbeitet. Mit einer Einleitung von Dr. J. Hansen, Geheimer Regierungsrat, Professor und Direktor des Landwirtschaft!. Instituts der Albertus-Universität zu Königsberg i. Pr. Reichenbach'sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1920. [2] Das Memelland, gestern und heute. Eine historische und rechtlich Betrachtung; von Prof. Dr. Gilbert Gornig. 301 Seiten. Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen 1991. ISBN 3-88557-087-0. [3] Das Memelland. Kulturelle Arbeitshefte Nr. 31, von Prof. Dr. Gilbert Gornig. 24 Seiten. Bund der Vertriebenen, 53175 Bonn, Godesberger Allee 72-74. ISBN 3-925103-58-9. |
| Autor : Helmut Fritzler, Leipzig Quelle : "Memel-Jahrbuch" für das Jahr 2003 - Selbstverlag Manfred Malien 24211 Preetz |
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