| Kirchspielort | ||
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von Walter Grubert
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Wann der Ort erstmals urkundlich erwähnt wurde ist nicht bekannt. In einer 1785 herausgegebenen "Vollständigen Topographie des Königreiches Preußen" ist der Ort "Jurgaitschen" mit folgenden Angaben enthalten : " Jurgaitschen, melirt Dorf an der Buduppe, 2 Windmühlen, 11 Feuerstellen". Hier war eine Poststelle mit eigenem Poststempel, wie sie in Preußen 1817 eingeführt worden waren. Von Tilsit bestand eine Kraftomnibusverbindung über Sandlauken( Sandfelde).Sie verkehrt zweimal am Tage. Die Endstelle der Postlinie war Auerfließ zuletzt Kellen. Das Dorf hatte eine Schule mit zwei Klassenzimmer. Der Schulbetrieb konnte bis Mitte 1944 aufrechterhalten werden. In Jurgaitschen befand sich auch eine Fortbildungsschule (später in Berufsschule umbenannt). |
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Am 1.Juni 1841 fand die Grundsteinlegung der Kirche statt. Mit ihr wurde auch die Parochie Jurgaitschen gegründet. Mit dem Bau der Kirche und der Gründung des Kirchspiels entwickelte sich Königskirch auch wirtschaftlich zum Mittelpunkt des Kirchspiels. |
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Ein bedeutende Einrichtung für die Landwirtschaft war die Raiffeisengenossenschaft mit der Raiffeisenbank. Der Genossenschaft gehörten die meisten Landwirt an. Die Raiffeisenbank leitete Herr Fenkler, der zugleich Amtsvorsteher und Standesbeamter war. Neben der Raiffeisenbank war die Kreissparkasse mit einer Zweigstelle vertreten. Sie war im Hause des Kaufmanns Paul Werthmann eingerichtet. Für die Pferdezucht war die Deckstation von Bedeutung. Dieser erhielt vom Gestüt Trakehnen jährlich 4-6 Hengste mit zwei Gestütswärtern. Sie waren auf dem Hof von Paul Werthmann untergebracht. Die großen Höfe in Königskirch waren (Stand 1932) : Erzberger (96 ha) , Szonn in Klischenfeld (75 ha) . |
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Von Königskirch aus begann ab 1920 die Elektrifizierung des Amtsbezirkes. Die Elektrizitätsgenossenschaft EgmbH wurde gegründet. In Königskirch hatten sich mehrere Geschäfte eingerichtet: Lebensmittel und Kolonialwarengeschäfte hatten Paul Werthmann mit Lagerschuppen und Gleisanschluß auf den Bahnhof in Argenbrück, Fritz Richter und Alfred Radziwill. Die Lebensmittelgeschäfte waren meistens mit einer Schankwirtschaft verbunden. Die Gastwirtschaft Alfred Radziwill hatte zudem einen großen Saal, in dem Festlichkeiten gefeiert wurden. Weitere Gasthöfe: F.Richter und Paul Wichmann. Besondere Bedeutung hatte die Gastwirtschaft Beszon mit einem Ausspann für die Kirchenbesucher, die mit Pferdefuhrwerken zum Gottesdienst kamen. |
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Weitere Betriebe sollen genannt werden : der Dentist W.Leppert; die Hebamme Frau Metschulat; die Bäckerei Budjus; die Butter- und Käsehandlung E.Zwahlen; die Schlachterei R.Westphal; die Gärtnerei A.Krüger; die Tuchhandlung O.Gross; die Tischlereien E.Bagdahn, F.Bagdahn und Lehmann; die Mühle August Stahnke; das Sägewerk Fr.Abudat, die Schmiede Fr.Katsch, F.König, Ad.Podszus und M.Saunus; die Schlosserei M.Schmidt; der Friseur K.Potschka; die Fahrradhandlung E.Leupacher; die Imkereien B.Conand und F.Mähring; der Sattler und Riemer E.Bochum, die Schneider E.Armutat, F.Armutat, R.Beyer und O.Kallwei; die Schuhmacher Balltruschat und O.Szameitat; der Stellmacher Richard Loefke; der Maler Hans Guddat. Im Jahr 1935 erhielten die Orte, deren Namen litauischen Ursprungs waren, neue Namen. Aus Jurgaitschen wurde Königskirch (der Name war geschichtlich begründet). Die stetige Aufwärtsentwicklung des Ortes fand ihr Ende, als alle Orte im November 1944 geräumt werden mussten und sie im Januar 1945 von der Roten Armee besetzt wurden. |
| Kirchspiel : Königskirch (Jurgaitschen) : | |
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Die Decke war flach, nur über der Altarnische gewölbt. Der einfache, etwas erhöht stehende Altar hatte keinen Aufsatz; links von ihm befand sich die schlichte hölzerne Kanzel. Die Orgel war eine Arbeit aus der Werkstatt von Sauer in Frankfurt/Oder. Die Kirche besaß zwei Glocken. |
Die Pfarrer der Gemeinde waren :
Die Kirche war nach dem Kriege - bis auf das beschädigte Dach - unversehrt. Das sie lange ungenutzt stand, stürzte das Dach ein und die Mauern gegannen zu verfallen. Danach wurde beschlossen, die Kirche als Tenne zu nutzen. Die Mauern wurden bis zum Fries abgetragen und mit einem neuen Dach bedeckt. Über dem Haupteingang ist eine Platte mit der Jahreszahl 1842 erhalten.
Bild oben rechts: Pfingsmontag 1995 bei der 150-Jahr-Feier der Kirche in Königskirch
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letzte Statistik 1939 :
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Anmerkung: Pfarr- und Kirchort - Ksp. Jurgaitschen (Königskirch) seit 1845 |
| Kartenmaterial: Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |
| Quellenhinweise: 1) Walter Grubert im Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 58/1996; Nr. 59/1996; Nr. 62/1998 2) Tilsit-Ragnit - Stadt und Landkreis - ein ostpreußisches Heimatbuch von Fritz Brix Bilder: Fritz Brix (2x) - Postkarte Kreisarchiv |