| Kirchspiel Sandkirchen: | |
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von Walter Broszeit
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Am 22.05.1768 verlieh Friedrich der Große dem Generalmajor von Lossow das Moorgelände Kacksche Balis (Kackscher- Ball) zu Adlichen Allodiat mit folgendem Wortlaut:
Die gewährte Freijahre wären 1788 abgelaufen gewesen. Danach wäre ein Erbpachtzins von 243 Thaler und 24 Groschen zu zahlen gewesen. Für gleichzeitig gewährte Mühlen- und Braugerechtigkeit war schon nach 3 Freijahren ein jährlicher Canon von 25 Thaler zu zahlen. |
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Offenbar haben sich die Gewinnerwartungen aus dieser königlichen Großzügigkeit nicht, erfüllt, da von Lossow diesen Besitz vor Ablauf der 20 Freijahre an den Justizamtmann Georg Wilhelm Meißner verkauft hat. Mit dieser Investierung von 13 000 Thaler waren an den Randbereichen des Bruches 20 Familien angesetzt worden. Das eigene Gut mit nur 15 Morgen war absichtlich so klein gehalten, um mehr Siedler ansetzen zu können und großem Gewinn zu erzielen. Doch auch Meißner konnte den Besitz nicht halten, weil vermutlich die Moorsiedler den entsprechenden Zins auch nicht erbringen konnten. Wegen Schulden von 2705 Thalern geht Meißner 1786, noch vor Ablauf der Freijahre in Konkurs. Hauptgläubigerin war die Domänenkasse, die den Besitz mangels anderer Interessenten 1801 erworben hat. Alle Bemühungen, die Entwässerung des Bruches in größerem Umfang zu erreichen, sind erfolglos geblieben. Die einzelnen Siedler haben anscheinend mehr Erfolg gehabt, da 1818 festgestellt werden ist, daß die Erbzinser ihre Ländereien von 1927 wurde die an den Randgebieten des Bruches bestellende Kolonie in 3 Gemeinden aufgestellt, mit den Bezeichnungen Königshuld I, II und III. Die neuen Gemeinden I und III wurden dem Kreis Schloßberg (Pillkallen) zugeteilt. Der an Nordrand des Kacksche Balis gelegene Teil, jetzt Königshuld II, wurde in den Kreis Tilsit - Ragnit eingegliedert. |
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Mit einem Gemeindegebiet von etwa 50 ha und 27 Einwohnern im Jahre 1939 war diese Gemeinde nicht nur die kleinste selbstständige Gemeinde des Kirchspiels, sondern auch des Kreises. So wie sich die früheren Eigentümer nicht halten konnten, so haben sich wegen geringer Ertragfähigkeit (Gemeinde-Durchschnittshektarsatz 490 RM) auch die Siedler nur vereinzelt halten können. Das geht bis zuletzt daraus hervor, daß von den 7 Eigentümern bei der Neugliederung bis zur Vertreibung nur noch 3 Eigentümer verblieben waren, wahrend 4 Eigentümer gewechselt hatten. Geschäfte . oder Handwerksbetriebe bestanden nicht, da hierfür keine Existenzmöglichkeiten bestanden. Die wenigen Kinder des Dorfes besuchten die Schule in Wietzheim. Bürgermeister war der Landwirt Hermann Adomat, sen. Die Einwohner waren in allen Belangen je nach Lage ihrer Gehöfte zu den Nachbargemeinden orientiert, da die Gemeinde selbst für eine erweiterte Nachbarschaftspflege zu klein war. Die Menschen, die ihre Existenz dieser kargen Landschaft abgerungen haben, waren Siedlungspioniere im wahrsten Sinne den Wortes. Es ist daher nur verständlich, daß diese Kolonisten und auch die späteren Eigentümer neue Existenzen unter leichteren Lebenabedingungen suchten. |
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| Autor: © 1971 Walter Broszeit Quelle: "Das Kirchspiel Sandkirchen Kreis Tilsit-Ragnit" Herausgeber Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V - Ausgabe Oktober 1975 |
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letzte Statistik 1939:
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |
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Dorfskizze mit Verweisliste zu den Grundeigentümern/Mietern (ca. |
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