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| Kirchspiel Sandkirchen: | |
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von Walter Broszeit
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Ebenfalls wie für die Nachbargemeinde Großschollen liegen auch hier erste amtliche Aufzeichnungen nur aus dem Zeitraum ab der Neubesiedlung vor. Nach J.F. Goldberg: ist Kleinnchollen 1785, damals Warlen genannt, ein Chatulldorf mit 8 Feuersteller, das zum Amt Lesgewangminnen und zurn Kirchspiel Budwethen gehörte. Bei Bestandserhebungen im Jahre 1818 ist der Ort als chatull-kölmisches Dorf mit schon 11 Feuerstellen und 56 Seelen ausgewiesen. Zu der vorgenannten Zeitpunkten war dieser Siedlungsort nur wenig kleiner als die Nachbargemeinde Großschollen. Nach dem gleichen Siedlungscharakter und dem Besiedlungstand ist es sehr wahrscheinlich, daß diese beiden Gemeinden etwa zum gleicher. Zeitpunkt entstanden sind. Die ermittelte amtliche Ausweisung dieser beiden Gemeinden zu einem Zeitpunkt, da die Besiedlung schon erheblich fortgeschritten war, mag darin begründet sein, daß die Chatullsiedler von den Forstverwaltungen angesetzt worden sind und ihre Leistungen auch an den Forstfiskus zu erbringen hatten, und daß aus diesem Grunde diese Orte erst nach der Überführung an die Domänenkammern bei den einzelnen Ämtern erscheinen. Die Besiedlung dieser beiden Gemeinden dürfte demnach spätestens im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts erfolgt sein. Die 200 ha große Gemarkung grenzte im Norden an Sammelhofen, im Osten an Großschollen, im Süden an Lindengarten und im Westen an Waldau. Mit 121 Einwohnern im Jahre 1939 und 25 Hofstellen gehörte Kleinschollen zu den am meisten vertretenen Kleingemeinden, die sich unauffällig einer gesunden Eigenständigkeit erfreuten. Ende des 19. Jahrhunderts ist nach einem Weihnachtsfest bei strengem Frost und stürmischen Wetter durch Feuersbrunst mehr als das halbe Dorf vernichtet worden. In Nachbarschaftshilfe und Unterstützung durch die Nachbargemeinden ist der Wiederaufbau bewältigt worden. Die Höfe der Gemeinde befanden sich daher in einem guten baulichen Zustand. |
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Bei der einheitlich guten Bodenqualität mit dem Gemeinde-Durchschnittshektarsatz von 680 RM hatten sich fast nur landwirtschaftliche Betriebe mit ausreichender Existenz gebildet, wovon größere nachstehend genannt seien: |
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Im Gemeindegebiet waren keinerlei Waldbestände oder sonstige Baumbestände. Der Hausbrand wurde daher, wie auch bei der Gemeinde Großschollen, überwiegend durch Torfgewinnung beschafft, Wegen der größeren Entfernungen zu den Staatsforsten setzte sich in diesen Gemeinden auch die Feuerung mit Kohle und Briketts eher durch als in den nördlicher und den Staatsforsten näher gelegenen Gemeinden. Bemerkenswert ist, daß; auch diese Gemeinde recht erhebliche Aufwendungen für den Erwerb und die Haltung von meist sehr teueren Zuchttieren (Zuchtbullen, Zuchteber ) unter Zurückstellung mancher gemeindlichen Aufgaben, die durch Zusammenschlüsse mit anderen Gemeinden leichter bewältigt werden konnten, investierten. So wird auch bei dieser Gemeinde erkennbar, dass Produktion und wirtschaftlicher Erfolg im Vordergrund gestanden haben. |
| Anmerkung: Die an verschiedenen Stellen angegebene Nummer bezieht sich auf die Hausnummerierungen in der Dorfskizze |
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| Autor: © 1971 Walter Broszeit Quelle: "Das Kirchspiel Sandkirchen Kreis Tilsit-Ragnit" Herausgeber Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V - Ausgabe Oktober 1975 |
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letzte Statistik 1939:
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |
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Dorfskizze mit Verweisliste zu den Grundeigentümern/Mietern (5 Seiten - 340 KB) |