| Kirchspiel Tilsit-Land | |
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von Anke und Gerhard Kollecker
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KARTINGEN/KARTENINGKEN lag ca. 10 km genau südlich von TILSIT. Unser nächster Bahnhof war Argenhof/Argeningken, Strecke TILSIT-INSTERBURG, ca. 3,5 km vom Dorf. Wir waren auch der letzte südliche Ort des Kirchspiels TILSIT-LAND, unsere Kirche in TILSIT (Landkirche) am Schenkendorfplatz. Der größte war Fritz Wallner, 120 Hektar (ha), 6 Deputantenfamilien. Horst Kirschning und Richard Kollecker (mein Vater) gleiche Größe: fast genau 100 ha und je 4 Deputantenfamilien. Gegenüber Kollecker die Schule mit Schulgarten und 2 ha Land. Der letzte Lehrer war Gustav Lenuweit. Kartingen hatte ca. 1 km weiter südlich 2 Ortsteile, an der Chaussee nach Argenhof (Abzweig nach Tilsit), Königskirch/Jurgaitschen. In Kartingen-Kaschen der Bürgermeister Ernst Schellhammer, sein Hof durch Zukäufe auch ca. 100 ha und 4 Deputanten, und Walter Schönwald 65 ha und 3 Deputanten. in der 4. Wohnung lebte unser Schmiedemeister Eduard Schustereit, die Schmiede selbst auf der anderen Straßenseite. |
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Von Kartingen-Kaschen ca. 1 km weiter westlich, nördlich der Chaussee, in Kartingen-Sudden lag der Hof von Mathes Gawehn, ca. 55 ha und einem Doppelhaus für 2 Deputantenfamilien. Auf der anderen Seite vom Dorf, also Richtung Norden, auf halbem Wege nach Ehrenfelde/Eromeiten und Tilsit gab es bis etwa 1935 den größten Bauern von Kartingen Ewald Mosel mit 125 ha + 4 Deputanten. Warum Mosel den Hof vekauft hat, weiß ich bis heute nicht genau (Nachkommen, die ich bei Hannover fand, konnten oder wollten mir auch nichts erzählen). Der Hof wurde aufgeteilt: Das schöne große Wohnhaus (ca. 1923 neu gebaut) mit Pferdestall und großer Scheune und ca. 50 ha erhielt Max Wingsch. |
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Noch etwas weiter nördlich lagen 4 kleine Höfe an der Grenze nach Ehrenfelde: Johann Treczokat 5 ha, Ernst Grickschat 5,5 ha, Urban 5 ha und Kurt Ziems 11 ha. Das war Kartingen vor dem Krieg. Jetzt 60 Jahre später findet man nichts mehr, nicht mal eine alte Hundehütte. Keine Menschen, keine Tiere, alles still, und der gute, alte, fruchtbare Boden versteppt, wie zwischen Ural und Moskau. Sollte jemand von Euch noch Fragen haben, bitte anrufen, schreiben oder ein FAX schicken. Nach mehrjährigem Suchen habe ich fast alle noch lebenden Kartinger gefunden, auch die meisten Toten, nach Rußland Verschleppten und Gefallenen. Nun die allerbesten Wünsche, bleibt alle schön gesund und munter. Und ruft auch mal an. |
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Quelle : Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 76/2005 Seite 34
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letzte Statistik 1939:
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Anmerkung: |
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |