| Kirchspiel Königskirch | |
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von Christel Steinert
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Ein Schatull-Dorf, gegründet wurde es 1668 zur kurfürstlichen Zeit. Namensgeber war der Wildnisbereiter Kaspar Kayser. (Daher Schreibweise bis ins 19. Jahrhundert: Kayserau). Durch die große Pest 1708 bis 1710 wurde der Ort entvölkert. Nach der Pest taucht als erster Siedler der Salzburger Heyer auf. Bis zur Flucht im November 1944 gab es in Kaiserau drei Höfe und einen Altsitzerhof, die den Namen des ersten Siedler Heyer trugen. Bis auf einen Klumpenmacher und vier mit Hand- und Gespanndiensten Beschäftigten im angrenzenden Kipper-Forst (Teil des staatlichen Wilhelmsbrucher-Forstes) waren alle Bewohner in der Landwirtschaft tätig. Schulpflichtige Kinder besuchten die einklassige Volksschule in Fichtenfließ (früher Schillupischken). Der "Schulsteig" führte auf schmalen Feldgrenzen dorthin, ansonsten wären es ca. 3 km Schulweg gewesen. 6 km waren es bis zur Kirche in Königskirch (Jurgaitschen). Fleißige Hände sorgten für ein gesichertes Einkommen (Zucht von Trakehnerpferden, Herdbuch -Vieh und Getreidewirtschaft). Auch während des Krieges vom 01.09.1939 bis zur Flucht am 03.11.1944 verlief das Leben im Dorf in geregelten Bahnen. Als die überlebenden Kaiserauer im Frühjahr 1945 von Karschau bei Elbing kommend völlig ausgeplündert nach ca. 200 km Fußmarsch ihr Dorf wieder erreichten, standen noch alle Häuser, wenn auch total ausgeplündert und verschmutzt. Sich wiederholende Überfälle durch Sowjet-Soldaten und weitere zwölf Hungertote waren der Anlaß zum Verlassen des Dorfes, um sich in Jurgaitschen und Tilsit anderen Deutschen anzuschließen. Zwei etwa zehnjährige Jungen gingen nach Litauen. Die letzten Kaiserauer, darunter auch meine Mutter Martha Vorhoff, hat man 1948 in ihrer zerlumpten Kleidung in Waggons getrieben und nach Sonneberg (Thüringen) "ausgesiedelt". Von den nach Rußland verschleppten Kaiserauern bin ich, Christel Steinert geb. Vorhoff, nach 4 Jahren 9 Monaten als einzige nach Deutschland zurückgekehrt. Kaiserau gibt es nicht mehr. Es gibt dafür noch nicht einmal einen russischen Namen. Heute erkennt man das Dorf nur noch an der Friedhofsanlage und an dem angrenzenden Kipper-Forst. |
| Autor: © 2009 Christel Steinert geb. Vorhoff, Quelle: Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 84/2009 |
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Wir können noch folgende Dokumente anbieten:
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Quelle: Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 75/2004 Seite 94 |
| letzte Statistik 1939: |
Anmerkung: |
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |