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Wenig mehr als zehn Kilometer nördlich von Kraupischken, am Schnittpunkt der Chausseen von Schillen nach Pillkallen/Gumbinnen und von Ragnit nach Insterburg, lag Lengwethen. Der Name ist litauischen Ursprungs, setzt sich aus "lenke" und "wete" zusammen und bedeutet soviel wie Wiesenstätte. Goldbeck beschreibt Lengwethen als ein "Salzburgerkoloniedorf mit einer Kirche und 17 Feuerstellen". Auf Grund der günstigen Lage wies der Ort einen relativ starken Durchgangs- und Reiseverkehr auf, der nach der Inbetriebnahme der Kleinbahn Kraupischken-Ragnit noch eine Steigerung erfuhr. |
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Näherte man sich dem kleinen Kirchdorf von Kullminnen aus, so fielen einem gleich mehrere zweistöckige, weißgetünchte Häuser auf: das sogenannte Zeughaus (ehemalige Monturkammer für Landwehr und Landsturm), das neue Landjägereigehöft, die Molkerei und die Häuser des Marktplatzes. Außer den beiden Gasthäusern, einigen Geschäften und dem Pfarrhaus ist noch die Schule zu nennen. |
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Der Lengwether Höhenzug, ein Teil der Samländischen Endmoräne, weist die höchste Stelle des Kreises auf. Sie ist ein Teil des nördlich von Lengwethen in unmittelbarer Nähe des Gutes Grauden liegenden Bergrückens. Die Höhe beträgt 70 Meter. |
![]() Postkarte von Lengwethen oben links : Dorfpartie; unten links : Schule rechts : Krieger-Denkmal Bild:Kreisarchiv |
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Durch das Kolonisationswerk Friedrich Wilhelms I. fanden die 1732 vertriebenen Salzburger auch und gerade im Amt Gerskullen, zu dem Lengwethen damals gehörte, freundliche Aufnahme. Von den 62 wüsten Hufen besetzten die Salzburger 33 Hufen und über 28 Morgen. Das Besitztum der Litauer dagegen betrug im Gerskuller Amt über 155 Hufen, während 104 Hufen auf andere Kolonisten entfielen, die als Schweizer bzw. Nassauer oder andere Deutsche angegeben wurden. Mit Genehmigung des Königs wählten die Salzburger 1736 aus ihrer Mitte 26 Schulzen als Verwaltungsbeamte. Sie standen fortan den königlichen Inspektoren zur Seite. In Lengwethen war Sebastian Kornberger der erste Schulze; er hatte 31 Wirte in sechs Dörfern zu inspizieren. |
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Die Kirche ist von den Salzburgern in den Jahren 1732-1735 erbaut worden. Es handelt sich um ein schmuckloses Gebäude mit großen, viereckigen, zur Straße gelegenen Fenstern. Der mit Ziegeln ausgelegte Fußboden trug die mit Lehnen gearbeiteten Holzbände. Altar und Kanzel waren vereint. Die von den Einwanderern aus ihrer Heimat mitgebrachte Taufschale bestand aus Messing und zeigte in getriebener Arbeit mancherlei Figuren, Blumen und Blätter. In der Mitte eine Frau, in den Händen Blumen und einen Kranz; darum goldenen Blumen, die einen Luchskopf aus dem Maul gehen, und dazwischen große epheuarige Blätter, alles in getriebener Arbeit. Am Rande gepunzte Ornamente; XVI.Jahrhundert. Ein von der Kirche abgesetztes Glockenhaus ersetzte den Kirchturm. Der gepflegte Heckenzaun und einige ältere Bäume gestalteten den Anblick des Gotteshauses recht freundlich. |
![]() Kirche vor 1944(Bild: Fritz Brix) |
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Auch das auf dem Marktplatz plazierte schlichte Kriegerdenkmal soll nicht unerwähnt bleiben. Der gewaltige Findlingsblock aus dem Kieslager Pucknen hatte - von der Seite gesehen - die Gestalt eines alten, trauernden Mütterchens. |
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letzte Statistik :
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |
| Kirchspiel : Hohensalzburg (Lengwethen) | |
1741 wurde Lengwethen als Kirchspiel konstituiert, doch schon 1732-1735 hatten die dort ansässigen Salzburger eine Kirche errichtet, einen schlichten saalartigen Feldsteinbau mit Vorhalle im Westen und Sakristei im Osten, jedoch ohne Turm. Zwei Glocken hingen in einem abseits stehenden hölzernen Glockenstuhl. Auch der flach gedeckte Innenraum mit umlaufenden Emporen war einfach ausgestattet.Innenansicht der Kirche von Lengwethen (vor 1945 - Bild: Kreisarchiv) |
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Er beherbergte einen schmucklosen Kanzelaltar und eine kleine Orgel aus dem Jahre 1858.Die Taufschale aus Messing war von den Salzburger Einwanderern in ihre neue Heimat mitgebracht worden. Anläßlich des zweihundertjährigen Bestehens des Gotteshauses wurden ab 1933 umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen. Letzter Pfarrer : Pfarrer Helmuth Barutzky |
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![]() Brandruine der Kirche 2002 (Bild: Reinhard August) |
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Das frühere Dorf Hohensalzburg ist heute nur noch eine kleine Siedlung (russischer Name : Lunino) an einer Straßenkreuzung. Die Kirche war nach dem Kriege unversehrt und wird seit 1951 als Kulturhaus genutzt. Für diesen Zwecke wurde sie 1980 grundlegend umgebaut, renoviert und das Dach wurde mit Asbestplatten gedeckt. Die Vorhalle besteht jetzt aus zwei Etagen. |
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![]() Bild links: Die Kirchenruine in Hohensalzburg (Lengwethen) im Jahre 2003 (Bild: Artur Schilm) |