| Kirchspiel Sandkirchen: | |
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Großschollen war eine der südlichsten Dörfer des Kirchspiels, über die erste amtliche Aufzeichnungen aus dem Jahre 1775 ermittelt werden konnten. Bei Vermessungen zu diesem Zeitpunkt ist festgestellt worden, daß die Bewohner Baltzies und Laurinatis 4,23 Morgen Chatulland in Groß Kackchen nutzen. Nach J.P. Goldbeck ist 1785 Groß Schillehlen, damals auch Willschiken genannt, ein Chatulldorf in Amt Lesgewangminnen mit 15 Feuerstellen. Eine Erhebung der neuen Regierung Gumbinnen in Jahre 1818 weist den Ort als ein Chatull-kölmisches Dorf mit 14 Feuerstellen und 65 Seelen aus. Die Besiedlung dieses Dorfes ist demnach wohl erst im Zuge der Neubesiedlung etwa ab 1750 erfolgt, da der Ort in der topographischen Karte des ehemaligen Amtes Ragnit (1722/23), ebenso wie auch weitere 3 Dörfer des Kirchspiels, nicht verzeichnet ist. Obwohl die 1775 genannten 2 Bewohner auf litauische Siedler schließen lassen, ist anscheinend die weitere und verhältnismäßig rasche Besiedlung von Süden her vermehrt mit andern Einwanderern erfolgt. Auch scheint das Waldgelände, in dem der Forstfiskus die Chatullsiedler angesetzt hat, für die Urbarmachung nicht sehr schwierig gewesen zu sein. Die hier um ein Drittel bessere Bodenqualität als im Bereich des Ostflusses, zuletzt Durchschnitts-gemeindehektarsatz 690 RM hat wohl infolge baldiger, guter Erträge zur schnelleren Besiedlung beigetragen. Die hier schon recht gute und einheitliche Bodenqualität ist offenbar der Grund dafür gewesen, daß der frühere Waldbestand vollständig gerodet worden ist. |
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Bis 1939 hatte sich die Einwohnerzahl und auch die Zahl der Höfe verdreifacht, nämlich auf 197 Einwohner und 45 Gehöfte. Mit einer Gesamtfläche von etwa 375 ha grenzte die fast rechteckige Gemarkung im Norden an Sammelhofen, im Osten an Birkenhain, im Süden an Pötken und im Westen an Kleinschollen. Da die Gemeinde keinen Waldbestand und auch keine Naturwiesen hatte, war eine diesen Umständen entsprechende Kulturnutzung erforderlich. Etwa ein Viertel der Gesamtfläche wurde als Dauerweide genutzt. Die Winterversorgung an Viehfutter musste durch vermehrten Klee- und Rübenanbau gesichert werden. Die Versorgung mit Brennholz war wegen der weiteren Entfernungen zu den größeren Waldungen nur zu einem kleineren Teil möglich. In der Hauptsache wurde der Bedarf an Hausbrand durch Torfgewinnung aus dem benachbarten, ostwärts gelegenen Hochmoor, der Kack 'sche Baus, gedeckt. |
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Neben 31 mittleren und 3 Kleinbetrieben waren die größten landwirtschaftlichen Besitzungen:
Schenkewitz, August................................ 32,5 ha......Nr. 25 Becker , Franz...........................................27,5 ha Nr. 1 Strasdas , Wilhelm .................................. 22,5 ha.......Nr. 6 Kurras , Emil..............................................20,0 ha......Nr. 26 Broszeit , Christoph...................................20,0 ha......Nr. 17 Rasokat , August.......................................18,75 ha Nr. 42 Gewerbliche Betriebe: Baltruschat, Otto........................ Sägewerk....Nr. 10 Urmoneit, Gustav .......................Schmiede u. Rep. v. Landmaschinen...Nr. 33 ....................................................(gen. der kleine Krupp) Gombert, Franz ........................ Mühle m. Elektro- u. Windturbinenantrieb....Nr. 22 ........(Pächter Szallies) Zilla, Albert................................... Metzgerei.........Nr. 13 Handwerk : Willumat , Hans............................. Schneidermeister...............Nr. 2 Pleik, Hermann............................. Schneidermeister...............Nr. 9 Steppat , Max............................... Zimmermann......................Nr. 11 Anmerkung: Die Nummern beziehen sich auf die Hausnummerierungen in der Dorfskizze Handelsgeschäfte bestanden in der Gemeinde nicht. Durch die südliche Randlage im Kirchspielsgebiet bedingt, waren auch die wirtschaftlichen Interessen anders ausgerichtet als in den meisten übrigen Gemeinden. Der tägliche Bedarf an Handelsware wurde in Lindengarten, also schon außerhalb des Kirchspiels, und in Birkenhain eingekauft. Auch wurden die Wochenmärkte in Altenkirch (Budwethen) und Ragnit besucht. |
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In der einklassigen Volksschule wurden auch Kinder aus den Nachbargemeinden Kleinschollen und Lindengarten (Neu Eggelningken) unterrichtet. Die Hauptlehrer an dieser Schule waren meist bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Schuldienst tätig. Deshalb können hier auch nur zwei Lehrer genannt werden, nämlich: Feuersicherungsvorkehrungen bestanden in der Gemeinde selbst keine. Hierin waren mit den Nachbargemeinden Sandkirchen und Birkenhain, die über moderne Feuerwehren verfügten und die Gemeinde auf befestigten Straßen schnell erreichen konnten, entsprechende Vereinbarungen getroffen worden (Feuerlöschverband). Umso intensiver waren die Bestrebungen, die Bedürfnisse der Landwirtschaft zu vervollständigen und zu modernisieren. Ein Zuchtbulle und ein Zuchteber, die von den in einer Genossenschaft zusammengeschlossenen Bauern angeschafft waren, standen auch den kleineren Nachbargemeinden gegen entsprechend höhere Deckgebühr zur Verfügung. Bei dem Bauern August Schenkewitz war zeitweilig eine Deckstation eingerichtet, die zu den Deckzeiten mit Hengsten von staatlichen Gestüten beschickt wurde. Die besonders günstige Lage an befestigten Straßen nach fast allen Richtungen hatte sich auf alle wirtschaftlichen Bereiche der Gemeinde außerordentlich günstig ausgewirkt. Infolge der guten Bodenverhältnisse und nicht zuletzt des recht frühzeitigen Anschlusses an befestigte Straßen hatte sich die Gemeinde zu einem der modernsten und fortschrittlichsten Bauerndörfer des Kirchspiels entwickelt. |
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Autor: © 1971 Walter Broszeit Quelle: "Das Kirchspiel Sandkirchen Kreis Tilsit-Ragnit" - Herausgeber Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V - Ausgabe Oktober 1975 |
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letzte Statistik 1939:
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |
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Dorfskizze mit Verweisliste zu den Grundeigentümern/Mietern (360 KB) |
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