Kirchspiel Ragnit
Großfelde (Gudgallen)
von Hans Augusti,

Dieser Ort wurde 1938 in Großfelde umbenannt, das Vorwerk Damnitzhof gehörte auch zum Remonteamt Neuhof-Ragnit. Dann gab es den Gutshof Ruhnke und weitere neun Bauernhöfe. Es gab eine Schule, der Lehrer hieß Mattekat. Der Ort hatte zwei Friedhöfe. Insgesamt hatte das Dorf Gudgallen ca. 53 Einwohner. Auf dem Gut Ruhnke waren etwa 16 Familien in Arbeit und Brot. Die Namen der Bauern waren u.a. Redetzki, Singelmann, Josuttis, Stengel, Kuttrias.

Im Ausbau wohnten Meyer, Augustat, Schimkat und Pallo-kat. Pallokat war auch der Bürgermeister.

Der Gutshof Ruhnke, das Vorwerk Damnitzhof, die Schule sowie die Bauernhöfe Singelmann und Josuttis hatten schon elektrischen Strom. Einige Gebäude von Ruhnke standen außerhalb, hier wohnten vier Familien: Hirschbeck, Szameitat und Regierung, woher die Bezeichnung Regierung stammt, ist unbekannt.

Wer auf dem Vorwerk Damnitzhof gearbeitet hat, ist nicht bekannt.

Der Ort Gudgallen liegt 5 km südlich von Ragnit. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Herbst 1944 das Wohnhaus von Ruhnke und der Stall von Redetzki durch Beschuß vernichtet. Mit dem Einmarsch der Sowjets im Januar 1945 mußten wir alle flüchten. Einige Familien kehrten wieder nach Hause zurück, so auch meine Mutter im Juni 1945, ich kam im November 1945 nach Hause. Wir wohnten mit vier Familien auf unserem Hof im Wohnhaus. Im Monat Mai 1947 zog eine Russenfamilie in unser Haus, wir zogen dann alle nach Ragnit. Im November 1947 wurden wir nach Deutschland ausgesiedelt. Im Jahr 1997 bin ich nach 50 Jahren das erste Mal in meinem Heimatdorf Gudgallen gewesen. Von dem ganzen Dorf standen nur noch unser Stall und das Wohnhaus. Bei Ruhnkes stehen nur die Arbeiterhäuser, das Remontedepot Damnitzhof ist in einem schlechten Zustand, die Ställe und Scheunen wurden abgerissen. Die russische Bevölkerung brauchte Material, um ihre Häuser auszubessern. Die beiden Friedhöfe sind verwildert. Dieses wurde aufgeschrieben von Ruth Sefzik aus Gudgallen, jetzt wohnhaft in Roßlau.

Autor: © 2006 Hans Augusti, D-99326 Stadtilm
Quelle: Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 78/2006 Seite 69ff

letzte Statistik 1939:
Großfelde ( Einw. :  98 Fläche : 415 ha )
  • alter Namen : Gudgallen
    • nach 1945 : Gudkovo

      • Gutsbezirk Damnitzhof, Remonteamts-Vorwerk
        • Gutsbezirk Gudgallen, Remontedepot
        • ab 30.12.1941 Neuhof-Ragnit Heeresgutsbezirk

      • Großfelde, Gut
        • alter Namen: Gudgallen, Gut
        • heute : Stal´skoe

Anmerkung: Ort und Wohnpätze zugehörig zu ev. Ksp. Ragnit

Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
  • Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 - Ausgabe Kreiskarten/Kreis Tilsit-Ragnit aus dem Jahre 1940 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  • Karte des Deutschen Reiches - Topographische Karte 1:25 000 - Nr. 0998 und 1098 ( Ragnit und Hohensalzburg)
    aus dem Jahre 1938 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de



Kirchorte, Dörfer und Wohnplätze


© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 05.06.2006

www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Montag, 13. Dezember 2010