Kirchspiel Sandkirchen:
Gemeinde Dreifurt (Galbrasten)
von Walter Broszeit

Dreifurt, das größte Dorf des Kirchspiels, war alleine auf dem Nordufer des Ostflusses (Szeszuppe) gelegen, während alle andern Dörfer des Kirchspielsbereiches auf dem Südufer des Ostflusses und weiter südlich belegen waren. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Dreifurt auch die älteste Ansiedlung in diesem Bereich gewesen. Bereits 1556 sind nachweislich 4 Bajoren mit Parzirlierrecht als Siedler, in damals "Gailbrast" genannt, ansässig gewesen. In der Schriftenreihe Altpreußische Monatsschrift (Altpreußische Forschungen) ist Galbrasten schon als Ort in der Ordenszeit erwähnt, Christian Grigat berichtet in seinem Buch "Kreis Ragnit (1910)", daß vom Orden hier eine Holzbrücke und eine Wassermühle errichtet gewesen sei. Vermutlich hat es sich hierbei um einen Stützpunkt gehandelt, von dem aus die gegen Litauen operierenden Teile des Ordens versorgt worden sind, da die Versorgung von Ragnit aus wegen der größeren Entfernung und der schlechten Wege nur sehr schwierig oder gar nicht möglich gewesen sein mag. Die Mühle hat sich in der sogenannten Ragowas, in der Nähe des Friedhofs, befunden und ist schon 1578 eingegangen, weil sie wohl von den damaligen Bewohnern nicht instandgehalten werden konnte. Die Mühlsteine haben bis Ende des 19. Jahrhunderts am Flußufer unterhalb des Friedhofs gelegen und sind nach Sprengung für den Bau der Gastwirtschaft Sauf, später Hensel, in Sandkirchen verwendet worden. Die Holzbrücke ist wohl weit früher verfallen, da der Orden nach Beendigung der Auseinandersetzungen mit Litauen (1422) den Stützpunkt aufgegeben haben dürfte. Der genaue Standort der Brücke ist nicht bekannt. Reste sollen bei Baggerarbeiten Ende des 19. Jahrhunderts gefunden worden sein, Solche Arbeiten sind jedoch nur an der Ragowas, unterhalb des Gehöfts Nr. 48, vorgenommen worden, wo auch vom Ort aus ein Zugang zum Fluß durch das etwa 10 m hohe Steilufer bestand. Dieser künstlich geschaffene Zugang zum Fluß hat, soweit erinnerlich, keinem besonderen Zweck gedient. Er wurde nur gelegentlich genutzt, weil er vorhanden war. Es ist daher anzunehmen, daß auch diese Brücke in der Nähe der Wassermühle errichtet gewesen ist, was auch die Bewachung dieser Objekte erleichtert haben mag.

In den Amtsrechnungen des Amtes Ragnit von 1654 und 1664 sind unter den damaligen Bezeichnungen Gaihlbrasten und Geilbrasten folgende Feststellungen getroffen worden:

1654 = 25 Hufen, alle voll besetzt, keine unbesetzt
1664 = 24 Huben, 26 Morgen, davon
..............6 Huben, 23 Morgen gutes Land zu hohen Zins,
............18 Huben, 3 Morgen schlechtes Land zu alten niedrigen Zins,
............................daneben Brodt oder Scharwerk.

In der topographischen Karte vom ehemaligen Amt Ragnit (1722/23) ist Galbrasten als "von der Pest geblieben" verzeichnet .

Nach der Separationsspezifikation des Amtes Ragnit aus dem Jahre 1775, also gute einhundert Jahre später, sind für, hier Galbrechtschen genannt, ausgewiesen:

52 Hufen, 14 Morgen, 206 Ruthen einschließlich Gardamsedis,
.......davon:
29 Hufen, 29 Morgen, 10 Ruthen Unland; Wald, Bruch u. Wege.

Bebaut sind zu diesem .Zeitpunkt nur folgende Stellen gewesen:

a) eine Haufensiedlung beim Gehöft Szilwitat, Nr. 48
b) beiderseits des Weges vom Gehöft Schirakowski bis Gastwirtschaft Mohr, Nr. 48 bis 35
c) einige Einzelhöfe bei den Grundstücken Nr. 36 und 37 und bei den Grundstücken Nr. 21 und 22.

Der westliche Teil der Gemarkung mit sehr gutem Boden ist damals überhaupt noch nicht bebaut gewesen und der östliche Teil mit weniger gutem Boden, der sogenannte Waitschullis, ist wohl noch gar nicht erschlossen gewesen.

Bei der hier erwähnten Gardamsedis hat es sich um eine Fläche von etwa 60 ha gehandelt, die 1,5 km nördlich des Dorfes im Trappener (Trappöner) Forst belegen war, jedoch zum Dorf Galbrasten gehörte. Nach J.P. Goldbeck ist Galbrasten 1785 ein Königl. Bauerndorf mit 29 Feuerstellen im Amte Ragnit und gehört zum Kirchspiel Wischwill, Im Jahre 1810 war das Dorf auf 37 Feuerstellen mit insgesamt 158 Seelen angewachsen. Hier ist, die Zugehörigkeit zur Domäne Lesgewangminnen vermerkt. In der Gewerbesteuerrolle von 1858 sind folgende Gewerbetreibende erfaßt:
Broszeit/Nachfolg. Boehm (Höker) jährl. 2 Rthl.
Boehm/Broszeit (Speis, Schank- und Gastwirtschaft) jährl. 4 Rthl.
Moor, Friedrich (Bockwindmühle)
Nomjuweit (Bockwindmühle}.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts scheint die volle Erschließung und Besiedlung der Gemarkung sehr schnell vonstatten gegangen zu sein, da bereits im Jahre 1900, also in etwa 80 Jahren, sowohl der Fläche, der Bebauung als auch der Einwohnerzahl nach, der Stand erreicht war, wie er im Zeitpunkt der Vertreibung bestanden hat.

Mit etwa 770 ha, 108 bebauten Grundstücken und 541 Einwohnern im Jahre 1939 war Dreifurt nicht nur die größte Gemeinde des Kirchspiels, sondern zählte auch mit Ausnahme der Gutsgemeinden zu den zehn größten Gemeinden des über 300 Gemeinden umfassenden Kreises. In der Breite im Ostteil von etwa 0,5 km und im Westteil von etwa 1,8 km und der Länge von 5,7 km, grenzte die Gemarkung im Norden in der ganzen Länge am Trappener Forst an. Die südliche Begrenzung bildete der Ostfluß mit seinen Windungen in einer Länge von etwa 7,5 km, Mit einem schmalen Streifen grenzte Dreifurt im Osten an die Gemeinde Schacken, die schon zum Kreis Schloßberg (Pillkallen) gehörte. Mit Ausnahme dieses schmalen Streifens war die Gemeindegemarkung vom Wald und vom Fluß völlig eingeschlossen. Auf der Südseite des Flusses lagen gegenüber Dreifurt von Osten her die Gemeinden Lindbach und Hohenflur.

Bis zur Separation im Jahre 1830 ist die spätere Gemarkung noch zu einem erheblichen Teil bewaldet gewesen. Bis dahin ist überwiegend Viehzucht betrieben worden, da für den Ackerbau nur in begrenztem Umfang kultiviertes Land zur Verfügung stand. Das Vieh aller Viehhalter wurde morgens zu den Dorfangern getrieben, dort von Viehhütern übernommen und tagsüber in den angrenzenden, grasreichen Waldungen geweidet. Diese billige Viehweidung ist auch noch nach der Separation bis etwa 1870 fortgeführt worden, bis etwa zu diesem Zeitpunkt die Forstverwaltung diese Nutzung untersagte. Inzwischen waren im westlichen Ortsteil die geballten Siedlungen aufgegeben und die Höfe auf den zugeteilten Eigentumsflächen errichtet worden. Ebenfalls waren die Flußwiesen auf die früher freien Besitzungen anteilig aufgeteilt worden. Die neu hinzugekommenen Siedler hatten die bewaldeten Flächen, besonders im Ostteil erschlossen und den Wald bis auf die zuletzt bestehenden Grenzen zum Staatsforst zurückgedrängt.

Die Besiedlung der Gemeinde ab der Ordenszeit ist zumindest Überwiegend durch litauische Einwanderer erfolgt. Darauf deuteten nicht nur die vielen Familiennamen litauischer Herkunft hin, sondern auch die Tatsache, daß die Bewohner diesem Dorfes bis Mitte des 19. Jahrhunderts die litauische Sprache als Umgangssprache ständig gebraucht haben. Als weiteres Merkmal litauischer Herkunft sind die bis zuletzt gebräuchlichen Flurbezeichnungen:
Smakalins = Drachenberg
Ragowas = Hexenschlucht,
Meschkupis = Bärenbach
Wilkenitsche = Wolfsgelände
Pirtis = Flachsbrache.


Noch nach dem 1. Weltkrieg wurde von den älteren eingesessenen Bewohnern die in Tilsit erscheinende litauische Zeitung "Tilzes Keleiwis" gehalten. Ebenfalls von diesem Personenkreis ist der litauische Kalender, der von einem der Tilsiter Verlage Maurode oder Reyländer herausgegeben wurde, gehalten worden, Die litauische Sprache war hier noch bis zuletzt recht stark vertreten, da in den alteingesessenen Familien die Sprache bis zu den Geburtsjahrgängen etwa um 1915 von den Eltern und noch mehr von den Großeltern weitervermittelt worden war.

Bei der Erschließung der Gemarkung sind offenbar die Bodenverhältnisse mit ausschlaggebend gewesen. Wahrend der westliche Ortsteil mit den größeren Besitzungen (ursprüngliche Ansiedlungen) eine überdurchschnittlich gute Bodenqualität aufzuweisen hatte, war der mittlere Ortsteil von sehr unterschiedlicher Qualität, teilweise mit Sand oder Moor durchsetzte Schwarzerde gekennzeichnet. In diesem Raum befanden sich auch nur mittlere Betriebe zwischen 10 bis 20 ha.

Der östliche Ortsteil Waitschullis, wohl der zuletzt erschlossene Teil, etwa ein Viertel der Gesamtgemarkung, war fast nur leichter Sandboden, in dem nur kleine Besitzungen entstanden waren. Diese sehr unterschiedlichen Bodenqualitäten, wie sie im gesamten Flußbereich bestanden, ergaben trotz der Hälfte der Gemarkung mit sehr gutem Boden nur den Gemeinde-Durchschnittshektarsatz von 370, - RM .

Der im Trappener Forst belesene Gemeindegrund von etwa 60 ha, genannt Gardamsedis, war der Forstverwaltung aus mancherlei Gründen unbequem. Im Jahre 1928 verkaufte der kinderlose Bauer Johann Dietschmann seinen etwa 12 ha großen Hof (Nr. 5).

Diese Gelegenheit nahm die Forstverwaltung wahr und kaufte nach vorheriger Vereinbarung mit den Eigentümern an der Gardamsedis dieses Grundstück. Die Eigentümer der Gardamsedis erhielten vom Dietschmann´chen Grundstück anteilig kleinere Flächen, dafür aber weit besseren Boden und innerhalb der geschlossenen Gemeindegemarkung. Damit war das Jahrhunderte alte Eigentum der Gemeinde in der Staatsforst beendet. Landschaftlich war Dreifurt mit seinen natürlichen Begrenzungen durch den Ostfluß und den Trappener Forst, eines der schönsten Dörfer des Kirchspiels. Den Westteil durchzogen zwei Bäche, der Uppis und der Meschkuppis, deren Quellen im Trappener Forst lagen. Als nennenswerte Erhebung ist der im Westteil gelegene Smakalnis (Drachenberg) zu erwähnen. Besonders reizvolle Strecken waren die von den Lankaswiesen unterbrochenen Steilufer des Flusses. Von Gehöft Nr. 36 bis zur Försterei Torfhaus Nr. 88, war die nördliche Grenze zwischen Staatsforst und Bauernwald durch die sogenannte Silberbahn markiert. Die in der Morgensonne glitzernden Tautropfen auf den Gräsern des Mittel- und der Seitenstreifen dieses von südosten nach Nordwest führenden Abgrenzungsweges, die Silbertropfen gleich aussahen, begründeten die romantische Bezeichnung "Silberbahn". Von den im Gemeindebereich bis etwa 1924 bestehenden drei Furten über den Ostfluß ableitend, hat die Gemeinde ihre ab 1938 bestehende, letzte Bezeichnung "Dreifurt" gewählt.

Verkehrsverhältnisse

Durch die Gemeinde führten zwei Hauptwege, von denen jeweils Nebenwege zu den abseitigen Siedlungshäufungen führten. Der eine Hauptweg von der Chaussee Hirschflur - Trappen verlief etwa 1 km durch den Trappener Forst vom Westen nach Osten durch die Länge der Ortschaft über Schacken nach Haselberg. Der andere Hauptweg führte von der Dr.-Rosenkrantzbrücke und der Chaussee nach Sandkirchen in nördlicher Richtung durch die Mitte des Ortes und durch den Trappener Forst nach Trappen. Alle Wege waren einfache Landwege, wobei selbst die Hauptwege nur an wasserreichen Abschnitten Abflußgräben hatten. Die vom Westteil und der Ortsmitte von den Hauptwegen durch den Forst nach Trappen führenden Wege waren öffentliche Wege, die jedoch von der Forstverwaltung unterhalten wurden und zu sogenannten Kieschausseen, bedingt befestigten Straßen, ausgebaut waren.
Entfernungen nach Ragnit ( Markt- und Bahnstation), 24 km
Altenkirch (Marktort), 12 km
Neusiedel (Bahnstation), 14 km
Haselberg (Marktort), 12 km

Für den Personenverkehr bestand Linien-Busverkehr der Reichspost
in Richtung Ragnit einmal täglich
in Richtung Altenkirch und Neusiedel zweimal täglich.

Aller übrige Verkehr, einschließlich Transporte, mußte mit Pferdefuhrwerken bewältigt werden. Für den Personenverkehr war das Fahrrad in den Vordergrund getreten und für den außerhalb der Landwirtschaft erwerbstätigen Personenkreis einfach unentbehrlich geworden.

Trotz aller Bemühungen waren die Wege in den Regenperioden im .Frühjahr und Herbst kaum passierbar, da der Boden wegen des verhältnismäßig hohen Grundwasserspiegels nicht sehr viel Wasser aufnahm und die Wasserläufe mit nur geringen Gefalle das anfallende Wasser sehr langsam abführen konnten. Dieser Zustand hatte sich kurz vor dem 2. Weltkrieg wesentlich gebessert, da viele Grundeigentümer ihre Grundstücke durch Drainagen (Verrohrung) entwässert hatten und dadurch allgemein eine schnellere Wasserabführung gegeben war. Die schlechten Wegeverhältnisse waren mit ein Grund gewesen, daß die ab 1930 allgemein einsetzende Motorisierung in Dreifurt später als in den Gemeinden an befestigten Straßen aufgenommen wurde und sich langsam entwickelte. Auch die erst nach 1896 erstellten befestigten Straßen (Chausseen) Ragnit - Waldheide und Ragnit - Haselberg ist auch die wirtschaftliche Entwicklung dieser nicht unbedeutenden Gemeinde erheblich behindert worden.


Öffentliche Einrichtungen der Gemeinde

Die politische Gemeindevertretung bestand aus 12 Ratsmitgliedern (Dorfältesten), die bei den jeweiligen Kommunalwahlen durch die wahlberechtigten Bürger gewählt wurden. Diese Gemeindevertretung wählte aus ihrem Kreis den Bürgermeister und aus der Einwohnerschaft noch 2 Schöffen. Außerdem bestellte sie den Kassenrendanten und den Exkuter (Vollziehungsbeamten). Annähernd 30 Jahre lang war der allseits geschätzte und beliebte Mitbürger Richard Gutzentat Bürgermeister von Dreifurt. Fast gleich lange stand ihm der ebenfalls allgemein geachtete Bauer Johann Ennulat als Kassenrendant zur Seite.

Als ein besonderes Original ist der nach dem 1. Weltkrieg berufene Exkuter Otto Dipp zu nennen, der als erster überzeugter Sozialdemokrat im Dorf bei seinen Dienstgeschäften seine politischen Ansichten ohne Scheu vor Rang und Stand empfahl. Dreifurt hat als erste Gemeinde des spätem Kirchspiels nach dem Gesetz von König Friedrich Wilhelm I. vom 1. August 1736 (prinzipia regulativa) eine Schule erhalten, die als zweiklassige Volksschule bestand und von 80 bis 90 Schülern besucht wurde. Seit Ende des 19. Jahrhunderts war die Schule mit einem Hauptlehrer und einem Junglehrer besetzt. Ab dem 1. Weltkrieg waren an der Schule folgende Lehrer tätig:
Hauptlehrer:................................... Junglehrer:
Martin Jonigkeit...............................Gustav Mowitz
Theodor Pflaumbaum ....................? Raeder
Fritz Ehlert.....................................Gerhard Paulun
....................................................... ? Schölermann.

Im Jahre 1928 wurde infolge Neugliederung der Polizeibezirke in Dreifurt eine Polizeistation errichtet, die mit dem Gendarmeriemeister Hermann Biller besetzt wurde und der diese Stelle bis zur Vertreibung inne hatte. Diesem vorbildlichen Beamten, einem Sohn unserer engeren Heimat (aus Loye am Kurischen Haff), gebührt hier ein besonderer Platz. Ihm ist in seiner Stellung als Polizeibeamter, in nicht immer angenehmer Pflichterfüllung, gelungen, ein besonderes Vertrauensverhältnis und allgemeine Wertschätzung in allen Kreisen der Einwohnerschaft zu erlangen; er war einfach unser Gendarm.

Als staatliche Einrichtungen befanden sich im Gemeindebereich die zwei Förstereien "Fuchswinkel und Torfhaus", die jedoch politisch zur Gemeinde gehörten. Da die Förstereien mit ihren Forstbereichen in vielen Belangen mit der Gemeinde verbunden waren, waren die Förstereien als auch ihre Besetzung von nicht unwesentlicher Bedeutung.

Eine organisierte Feuerwehr bestand nicht, da alle Bürger ohnehin zur jederzeitigen Brandbekämpfung verpflichtet waren. Die Gemeinde besaß bis Mitte der dreißiger Jahre als einzige im ganzen Kirchspiel eine pferdebespannte Druckspritze, die im Spritzenhaus Nr. 29 neben dem Bauern Girnus untergebracht war.

Die andern Gemeinden des Kirchspiels hatten bis kurz vor dem 2. Weltkrieg nur leichte tragbare Spritzen, soweit überhaupt welche vorhanden waren. Die Pferdebespannung für unsere Spritze hatten die Bauern Fritz Girnus Nr. 31, Ernst Kleinke Nr.28, August Schimkowski Nr. 48 und Johann Szilwitat Nr. 45 zu stellen. Die Einsätze bei Feuersnot gestalteten sich besonders in den Sommermonaten sehr schwierig, da die vorgesehenen Bespannungen auf den Feldern bei der Arbeit waren und ein großer Teil der männlichen Einwohner sogar außerhalb der Gemeinde arbeitete .

Die Gemeinde hatte aus früheren Dorfangern in Eigentum:
1 Kiesgrube in der Ragowas (am Flußufer westlich des Friedhofs)
1 Sandgrube auf dem Smakalnis (zwischen Gehöfte Nr. 7 u.9)
1 Lehmgrube am Uppis (ostwärts des Baches am Wege).
Mit Genehmigung des Bürgermeisters konnten diese Erdarten kostenlos entnommen werden.

Außer der Gemeinde Jagd, die in der letzten Zeit von einer Jagdgemeinschaft (Dreifurter Bauern) gepachtet war, gab es keine weiteren öffentlichen Einrichtungen.

Nach der Abtrennung des Memelgebietes nach dem 1. Weltkrieg war Dreifurt in den Zollgrenzbezirk einbezogen worden. Nach der Inflation, die im November 1923 durch Einführung der Rentenmark als neue Währung beendet wurde, waren die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse besonders schlecht. Dieses hatte zur Folge, daß der bis dahin kaum bekannte Schmuggel, begünstigt durch die nun nahe Grenze (6 km), erhebliche Ausmaße annahm. Geschmuggelt wurden von Litauen in das Kirchspiel hinein besonders Pferde, Nutz- und Schlachtvieh, Ferkel und überwiegend Sprit (Weingeist). Die Zollverwaltung sah sich zu einer äußerst strengen Überwachung der Grenze genötigt und kaufte auch in Dreifurt das Grundstück Nr. 51 und richtete hier etwa 1924 eine Zollstation ein, die mit 2 Beamten besetzt war. Im Laufe der Zeit hatten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse infolge der stabilisierten Währung und guten Verdienstmöglichkeiten so gebessert, daß der Schmuggel völlig aufhörte. 1930 wurde diese Zollstation aufgelöst und das Grundstück verkauft. Es wurde von Hermann Sambals erworben, der hier einen Lebensmittelhandel einrichtete.



Dreifurt (Galbrasten) vor 1938 (Bild: Sammlung Zenke)
Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Dorfes Dreifurt

Die einst als ausgesprochenes Bauerndorf angelegte Gemeinde hatte über Jahrhunderte die überwiegend landwirtschaftliche Struktur beibehalten, die größten landwirtschaftlichen Betriebe waren:

Johann Szilwitat
Johann Ennulat
Christoph Luttkus
Artur Milkereit
Fritz Girnus
August Schirakowski
ca. 70 ha
ca. 40 ha
ca. 35 ha
ca. 35 ha
ca. 35 ha
ca. 32,5 ha
Nr. 45
Nr. 1
Nr. 4
Nr. 14
Nr. 31
Nr. 48
Die nächste Gruppe waren mittelgroße Betriebe mit Flächen von 7,5 bis 20 ha. hierzu gehörten:
Richard Endrigkeit
Johann Kumutat
Otto Malone
August Endrulat
Johann Abromeit
Heinrich Subruweit
Adolf Dwillies
Adolf Lorenz.(Gertrud Jonigkeit)
Wilhelm Mohr
Johann Tennigkeit
Otto Turkat
Anna Szillat
Hermann Mohr
ca. 20 ha
ca. 20 ha
ca. 20 ha
ca. 20 ha
ca. 20 ha
ca. 20 ha
ca. 17,5 ha
ca. 15 ha
ca. 12,5 ha
ca. 12,5 ha
ca. 10 ha
ca. 10 ha
ca. 9 ha
Nr. 13
Nr. 15
Nr. 58
Nr. 87
Nr, 56
Nr. 86
Nr.12
Nr. 83
Nr. 35
Nr. 78
Nr. 43
Nr. 49
Nr. 66

Zahlenmäßig den Hauptteil stellten Betriebe von 2,5 ha bis 7,5 ha. Betriebe ab etwa 4 ha galten als eine Ackernahrung, d.h., daß so ein Betrieb bei guter Bewirtschaftung bereite eine selbständige Existenz ermöglichte. Im übrigen war noch eine größere Anzahl von Kleinstbetrieben, früher auch Eigenkätner genannt (Eigentümer einer Kate mit etwas Land), die hierin ihre Grundexistenz hatten. Meist 1 Kuh, einige Schweine, etwas Federvieh und in Einzelfällen auch 1 Pferd, waren der wirtschaftliche Bestand. Damit war die Versorgung der Familie mit den Grundnahrungsmitteln gewährleistet. Für weitere Bedürfnisse war jedoch eine zusätzliche Erwerbseinnahme erforderlich. Diese wurde sowohl von den Männern als auch von den Frauen durch Saisonarbeiten und gegebenenfalls auch unter Einsatz des Pferdes wahrgenommen.

Die Landwirtschaft befaßte sich unter Ausnutzung und intensiver Bearbeitung aller verfügbaren Nutzflächen mit Ackerbau und Viehzucht. Auf Grund der günstigen Bodenstruktur (mittel schwere bis leichte Schwarzerde, teils mit Lehm und teils mit etwas Sand gemischt) wurden sämtliche Getreidearten angebaut. In Notzeiten, z.B. während und bis einige Jahre nach dem 1. Weltkrieg, kamen auch Flachs (Leinen) und Hanf zum Anbau. Die Erträge des Feldes wurden überwiegend der Viehaufzucht zugeführt. Nur die größeren Betriebe brachten einen Teil ihres überschüssigen Getreides zum Verkauf, insbesondere Saatgut. Das gleiche traf für Kartoffel zu, da bekanntlich Ostpreußen einen großen Teil des Saatguts an Kartoffeln für weite Teile des Reichsgebiets stellte.

Die Einnahmen der Landwirtschaft ergaben sich vorwiegend aus der Aufzucht wertvoller Zucht- u. Gebrauchspferde, guten Zucht-Nutz- und Schlachtviehs, aus der Schweinezucht und der Milchwirtschaft. Im allgemeinen jedoch stand im Vordergrund die Vieh- und Schweinezucht, da hieraus die Einnahmen am beständigsten und das Risiko bei eventuellen Verlusten am geringsten waren. Schlachtvieh und Schweine wurden von Viehhändlern, die in regelmäßigen Abständen die Viehhalter aufsuchten, aufgekauft und mußten zu den nächsten Bahnhöfen: Neusiedel, (Nau-jeningken) und Ragnit (14 bzw.24 km), geliefert werden. Pferde, Zuchtvieh und Zuchtschweine kamen auf den Markten in Altenkirch (Budwethen), Ragnit und Tilsit zum Angebot.

Die Bauern Ennulat Nr.1, Luttkus Nr. 4, Milkereit Nr. 14 und Szilwitat Hr. 45 widmeten sich mit besonderem Eifer der Pferdezucht und stellten die Zwei- u. Dreijährigen auf den Remonteauktionen selbst als Remonte vor. Die übrigen Landwirte, die sich mit der Pferdezucht nebenbei befaßten, verkauften ihre von eingetragenen Zuchtstuten stammenden Fohlen an die umliegenden Güter, die dann nach 3 Jahren von diesen als Remonte vorgestellt wurden.

Ein von Bauern und größeren Landwirten gegründeter Bullenverein hatte einen gekörten Zuchtbullen und einen Zuchteber angekauft, die nach Bedarf jeweils durch jüngere Tiere ersetzt wurden. Diese Zuchttiere waren bei dem Bauern Szilwitat stationiert, da dieser als einziger ständig einen ausgebildeten Melker beschäftigte, dem die Betreuung der Tiere und Wartung der Deckstelle übertragen werden konnte.

Infolge des gesicherten Szeszuppe-Übergangs durch die Dr. - Rosencrantz - Brücke erfuhr die Milchwirtschaft ab etwa 1930 eine erhebliche Steigerung und beachtliche Bedeutung. Die Anlieferung war nun nur bis zur Brücke erforderlich. Autos der Molkereien Lindengarten und später der Genossenschaftsmolkerei Altenkirch holten diese Anlieferungen ab. In der Anfuhr wechselten sich die Milchlieferer untereinander ab. Davor war dieser Absatzzweig sehr erschwert, da die nächste Molkerei (Lindengarten) 6 km entfernt war und die einzelnen Erzeuger schon bis zum Flußübergang bis zu 2 km Anfahrt hatten. Außerdem war auch der Flußübergang nur in den Sommermonaten bedingt gesichert. Die Milch wurde daher im Hause verarbeitet und die Butter auf den Wochenmärkten in Ragnit und Altenkirch verkauft, Eine Erleichterung schaffte damals der Mitbürger Christoph Erzigkeit durch Errichtung eines Eier- und Butterhandels.

Das Handwerk war nur den örtlichen Bedürfnissen entsprechend vertreten:
Schereiks, Otto Schmiede
Dörfer, Franz Schmiede
Kuschnerus, Heinrich Schneider
Seeger, August Töpfer
Powileit, Hermann Stellmacher
Wachsmuth, Franz Sattler
Lenuweit ? Schuhmacher
Wiemer, Franz Schuhmacher.

Das Bauhandwerk (Maurer u. Zimmerleute) hatte wie überall, eine überregionale Bedeutung und stellte daher auch die meisten Handwerker. Ein schon fast auslaufendes Handwerk, eine Klumpenmacherei (Holzschuhmacherei), übte der Mitbürger Heinrich Barksohat aus. In Sommer- und Winterarbeit versorgte er weit über Dreifurt hinaus die landwirtschaftliche Bevölkerung und die Waldarbeiter mit dieser durch modernes Schuhwerk nicht immer ersetzbaren Fußbekleidung.

Als gewerbliches Unternehmen von überörtlicher Bedeutung bestand das Bauunternehmen Julius Urmoneit. Dieser erfahrene Fachmann genoß ein besonderes Vertrauen kommunaler und staatlicher Behörden und erhielt daher viele Aufträge an öffentlichen Bauten in der näheren und weiteren Umgebung (Förstereien, Schulen, Zoll- und Polizeistationen).

In der Gastwirtschaft und Kolonialwarenhandlung Wilhelm Mohr und in der Kolonialwarenhandlung Hermann Sambals deckte die Einwohnerschaft ihren Bedarf an Handelswaren. Etwa 25 % der Einwohnerschaft gehörten zu der Gruppe der unselbständigen Erwerbstätigen. Diese hatten meist feste Arbeitsplätze als Ziegeleiarbeiter an den umliegenden Ziegeleien (Altenkirch u. Trappen), im Baugewerbe und als ständige Waldarbeiter in den beiden Förstereien (Fuchswinke] und Torfhaus), Die ledigen männlichen und weiblichen Arbeitnehmer waren noch zu einen kleineren Teil in der Landwirtschaft als landwirtschaftliche Arbeiter tätig. Bei den großen Holzeinschlägen in den Wintermonaten fanden auch die Arbeiter in der Staatsforst Beschäftigung, die in den Sommermonaten anderweitiger Beschäftigungen nachgingen.


Alle Einwohner waren in der Funktion der Gesamtwirtschaft recht unmittelbar beteiligt, da die Landwirtschaft zu den Hauptarbeitszeiten ausschließlich auf die ortsansässigen Arbeitskräfte angewiesen war, z.B. beim Kartoffelanbau, der Kartoffelernte, beim Rübenanbau, der Heuernte, der Getreideernte und den Druscharbeiten. Die Gegenleistungen für diese Arbeitshilfen bestanden ebenfalls aus Natural- oder Dienstleistungen, wie Kartoffelaussaat, Milchlieferungen, Heu- und Holzanfuhr, Ackerbestellung und Hilfe bei sonstigen Bedürfnissen. Aus diesem gegenseitigen Bedarf ergab sich, daß Entlohnungen in Geld in der Regel nicht üblich waren. Leistungen und Gegenleistungen regelten sich nach ungeschriebenem Gesetz und wurden daher von keiner Seite besonders aufgerechnet noch sonst sonderlich genau genommen.

Die Frauen der unselbständig erwerbstätigen Einwohner und derjenigen, die auf Nebeneinnahmen angewiesen waren, fanden in jedem Frühjahr etwa 6 Wochen Beschäftigung an den Kulturarbeiten der beiden Förstereien (Aufforstungen, Pflanzungen, Umpflanzungen) . Mit Erlaubnis der Forstverwaltung wurden die natürlichen Erträge des Waldes (Blaubeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Preißelbeeren und Pilze) gesammelt und auf den Wochenmärkten verkauft. Zu diesen Arbeiten wurden auch die etwas größeren Kinder an den Nachmittagen und in den Schulferien herangezogen.

Aus der ausgewogenen sozialen Zusammensetzung der Einwohnerschaft, den gegenseitigen Interessen und Bedürfnissen, verbunden mit den verschiedensten Nebenerwerbsmöglichkeiten, ergab sich für alle ein gesichertes und von außen weitestgehend unabhängiges Dasein.

Wirtschaftlich trat die unselbständig berufs- bzw. erwerbstätige Einwohnerschaft innerhalb des Kreisgebiets durch ihre Arbeiten (Holzgewinnung für die Zellstoffabriken des Kreises und den Export, Ziegelherstellung, Baugewerbe und Straßenbau) mehr in Erscheinung als der einzelne Bauer oder Landwirt, der mit wenigen Arbeitskräften seinen Beitrag zur Gesamtwirtschaft leistete.

In der zuletzt bestehenden wirtschaftlichen und sozialen Struktur hatte die Gemeinde eine über den allgemeinen Durchschnitt liegende Wirtschaftskraft und war daher in der Lage, auch gelegentliche, wirtschaftliche Engpässe ohne größere Beeinträchtigungen zu überstehen. Die Bestätigung hierfür ist darin zu sehen, daß seit Ende des 19. Jahrhunderts trotz des 1. Weltkrieges, der Inflation 1923 und nachfolgenden Weltwirtschaftskrisen keine wirtschaftsbedingten Veränderungen an dem Bestand der Besitzungen eingetreten sind.

Obwohl die Gemeinde wegen ihrer ungünstigen geografischen Lage weniger im Blickpunkt des allgemeinen Interesses stand als eine Reihe kleinerer Dörfer, war sie ein beachtlicher Bestandteil der Landwirtschaft des Kreises.

Die hier für die Landwirtschaft und die unselbständig erwerbstätigen Bewohner näher ausgeführten Gegebenheiten waren im wesentlichen auch für die anderen Dörfer des Kirchspiels entsprechend der jeweiligen Struktur zutreffend.

Das Krieger-Ehrenmal der Gemeinde Dreifurt

Im Jahre 1926 hat die Ortsgruppe des Stahlhelms die Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen der Gemeinde im 1. Weltkrieg angeregt und sich zur tätigen und finanziellen Mithilfe bereit gefunden. Der eigentliche Impuls kam jedoch von dem bei der Zollstation Dreifurt, damals Galbrasten, stationierten Zollbeamten Fritz Mus. Dieser Beamte hat sich für manche öffentliche und gesellschaftliche Anliegen anregend verwendet. Der Grund und Boden hierfür wurde kostenlos von den Bauern Szilwitat und Girnus gestellt, weil der vorgesehene Platz auf der Grenze dieser beiden Eigentümer lag. Ein Findling aus dem Geländeteil Jowarines von etwa 80 cm Breite und 180 cm Höhe auf einem treppenförmigen Natursteinpodest bildete das eigentliche Mal. Auf der nach vorne gerichteten, abgeflachten Breitseite des Findlings war oben ein Soldatenkopf mit Stahlhelm und darunter das Eiserne Kreuz eingemeißelt. Darunter standen in zwei Reihen von oben nach unten etwa 35 Namen von gefallenen Mitbürger. Die Spitze dieses Mals krönte ein Bronzeadler mit gespreizten Flügeln. Zu beiden Seiten im Halbrund nach vorne standen je zwei aus Stein gehauene Pfosten, die miteinander und dem Mal durch eine schmiedeeiserne Kette verbunden waren. Außen war das so angelegte Halbrund mit Trauerweiden bepflanzt. In dieser Gestaltung war das Mal eine würdige Gedenkstätte, die trotz anfänglicher Bedenken wegen des nahen Standplatzes an der Straße, von allen Bewohnern mit dem angemessenen Respekt beachtet und mit viel Liebe gepflegt wurde.

Anmerkung: Die an verschiedenen Stellen angegebene Nummer bezieht sich auf die Hausnummerierungen in der Dorfskizze

Autor: © 1971 Walter Broszeit
Quelle: "
Das Kirchspiel Sandkirchen Kreis Tilsit-Ragnit" Herausgeber Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V - Ausgabe Oktober 1975

letzte Statistik 1939:
  • Dreifurt ( Einw. : 541 - Fläche : 764 ha)
    • alter Namen : Galbrasten
      ältere Schreibweisen: Gallbrasten (Gailbrast) bis 1736
      nach 1945: Livenskoe

      • Fuchswinkel, Fö.

      • Kragelingen
        alter Namen : Kragelischken bis 16.07.1938
        nach 1945: Livenskoe
      • Torfhaus

    Anmerkung: Ort und Wohnplätze zugehörig zum Ksp. Sandkirchen

Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
  • Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 - Ausgabe Kreiskarten/Kreis Tilsit-Ragnit aus dem Jahre 1940 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  • Karte des Deutschen Reiches - Topographische Karte 1:25 000 - Nr. 1099 (Altenkirch) -
    aus dem Jahre 1938 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de


Weiter Beiträge
Dorfskizze mit Verweisliste zu den Grundeigentümern/Mietern - 12 Seiten; 450 KB
Gedenktafel der Gemeinde (Gefallene und Vermißte des 2.Weltkrieges) -ca.200 KB


Kirchorte, Dörfer und Wohnplätze


© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 12.08.2008

www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Sonntag, 12. Dezember 2010