| - ein Bauerndorf im Kirchspiel Großlenkenau | ||
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von Herbert Korth
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Das Bauerndorf Dammfelde (bis 1937 Nettschunen) wurde eingegrenzt von den Gemeinden Großlenkenau, Kleinlenkenau, Lobellen, Ackerbach, Fuchshöhe und Unter-Eisseln Abbau. Aus den alten Urkunden des Kirchspiels Ragnit um das Jahr 1700 ging hervor, daß die Gemeinde Nettschunen ihre Wurzeln in der Ansiedlung durch die vertriebenen Salzburger um das Jahr 1732 hatte. |
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![]() Gruß aus Dammfelde, Aufnahmedatum : 1935 |
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Als ein dort ehemals wohnender Grenznachbar zwischen Dammfelde und Unter-Eisseln Abbau möchte ich deshalb die Entstehung, den Aufbau und nicht zuletzt auch den Niedergang dieses Ortes im Jahre 1944 für unsere Nachfahren näher beschreiben. Die Gemeinde Dammfelde als ein typisches, ruhiges und schönes Bauerndorf hatte im Jahre 1939 eine Fläche von 528 ha mit 68 Gehöften und rund 200 Einwohner aufzuweisen. Sie gehörte zum Kirchspiel Großlenkenau, das ca. 5 km vom Ort entfernt war. Im Mittelpunkt des Ortes gab es eine zweiklassige Volksschule, die zu Beginn des Schulbetriebes aber nur einklassig war. Die notwendige Schulerweiterung war eng mit der Zunahme der Bevölkerung und nicht zuletzt mit der erhöhten Schülerzahl aus Lobellen, Fuchshöhe und Ackerbach verbunden. Es bestand zwischen den angrenzenden Dörfern Dammfelde und Unter-Eisseln Abbau eine enge freundschaftliche Verbindung, die das ländliche Zusammenleben der Familien in diesem Lebensraum positiv gestalteten. Sie waren besonders durch Gedankenaustausch und bäuerliche Erfahrungen aller Art innerhalb der Familien im Dorf ein echte Bereicherung des Landlebens. |
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Das Handwerk mit den zwei Tischlereien und ein Landgasthof, die alle dazu auch eine bestimmte Ackerfläche besaßen, trugen mit dazu bei, daß sich die Lebens- und Wohnverhältnisse für die Bewohner von Dammfelde ständig verbessern konnten. Das Bild des Gasthausinhabers Bruno Bollmann, ein Sohn des dortigen 1. Lehrers, zeigt den Gasthof, der mit einer Ausspannung und Kolonialwarenhandlung betrieben wurde. Der Saal wurde vorwiegend als Versammlungsort und auch als eine willkommene Einkehr durch die Bevölkerung ständig und gern genutzt. Auch die Manöverbälle der Soldaten der Tilsiter Garnison wurden gern von den hiesigen Einwohnern in den Gasträumen angenommen und mitgefeiert. |
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Das Leben der Einwohner dieses Dorfes wäre nur unvollständig beschrieben, wenn wir nicht die schrecklichen Geschehnisse des 2. Weltkrieges besonders nach dem 14. Oktober 1944, erwähnen würden. |
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Das Kriegs- und Fluchtgeschehen haben viele Einwohner des Dorfes durch Fronteinsätze, Gefangenschaft, Verschleppung und Entbehrungen aller Art mit ihrem Leben bezahlen müssen. Besonders ist mir in letzter Zeit in Wort und Bild bestätigt worden, daß im Dorf Dammfelde alle Wohnhäuser restlos abgebrochen und abgebrannt sind. Das Dorfgelände ist also dem Erdboden gleichgemacht worden. |
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Nur ein Wohnhaus, ehemals Richard Schwarzkopf gehörend, wird noch von einem russischen Rentner unter besonders schwierigen und ärmlichen Lebensbedingungen bewohnt. Er war nach dem Ende des 2. Weltkrieges nach Dammfelde umgesiedelt worden. |
![]() Der eingeebnete Friedhof von Dammfelde und die Straße nach Ragnit (Bild: R. Hungerecker - Aufnahme 1999) |
| Diese Feststellung haben mir die ehemaligen Bewohner des Dorfes leider mehrfach bestätigen müssen. Wir wünschen uns gemeinsam, daß nach all den Höhen und Tiefen der letzten Jahrhunderte das Dorf Dammfelde uns als ein schönes und gepflegtes Heimatdorf in guter Erinnerung bleiben möge. |
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| Autor: Herbert Korth, Freiberg Quelle : Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 66/2000 |
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letzte Statisktik :
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Anmerkung: zugehörig zum Ksp. Großlenkenau |
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |