Ostpreußenlied

Land der dunklen Wälder
und kristall´nen Seen,
über weite Felder
lichte Wunder geh´n.

Starke Bauern schreiten
hinter Pferd und Pflug,
über Ackerbreiten
streift der Vogelzug.

Und die Meere rauschen
den Choral der Zeit,
Elche steh´n und lauschen
in die Ewigkeit.

Tag ist aufgegangen
über Haff und Moor,
Licht hat angefangen ,
steigt im Ost empor.

Text :Erich Hannighofen
vertont von Herbert Brust
Entstehung des Ostpreußenliedes

Wir alle kennen unser Ostpreußenlied und singen es gerne. Aber nur wenige wissen Näheres über seine Entstehung, seinen Komponisten und seinen Dichter! Daher sollen Sie nun einiges darüber erfahren.

Zu Beginn der dreißiger Jahre suchte der Königsberger Komponist Herbert Brust einen Textdichter für sein "Oratorium der Heimat", dessen Töne mächtig in ihm sangen und klangen. Durch Anregung der "Königsberger Hartungschen Zeitung" fand er in dem jungen Dichter Erich Hannighofer einen tiefempfindenden Menschen, der genau so innig mit der ostpreußischen Heimaterde verwurzelt war wie er selber, in dessen Worten die Liebe zu Ostpreußen genauso harmonisch klang wie in seinen Tönen.


Erich Hannighofer fand für das Oratorium Worte, die in prächtigen Gemälden das Bild der Heimat festhielten. In seherischer Gabe fast die tragische Zukunft dieses Landes erahnend, schenkte er das Bild Ostpreußens dem Heute, gab der Heimat dichterische Verklärung: Heimat, wir rufen Dich!
Singe mit uns den Gesang deiner Landschaft!
Singe mit uns den Choral deines Schicksals!
Singe mit uns, du deutsches Volk
das Lied vom Ostpreußenland ......!

So begann diese großartige Kantate der Heimatliebe und klang aus in dem ergreifenden Schlußchor:

" Land der dunklen Wälder und kristallnen Seen" dem heutigen Ostpreußenlied.
Herbert Brust, der Komponist, hauchte den Worten belebenden Odem der Harmonien und Melodien, den Zauber der Töne ein, auf daß sie klingen mögen bis in die Ewigkeit. Er gab der Heimat Ostpreußen klanglichen Ausdruck in Weisen, wie sie nicht tiefer, nicht inniger empfunden werden konnten.

Anfang 1933 wurde das Oratorium "Ostpreußenland" im Ostmarken-Rundfunk in Königsberg uraufgeführt und fand einen tiefen Widerhall.

Tausende von Zuschriften voller Begeisterung kamen an den Rundfunk, und viele schrieben: "Wir haben beim Hören geweint wie kleine Kinder!" Einige Werkstudenten, als "Königsberger Straßensänger" bekannt und beliebt, waren von der Schlußhymne "Land der dunklen Wälder ..:' ergriffen und sangen sie zur Laute auf den Straßen Königsbergs und auch im Rundfunk. Die Jugend brachte sie in ihre Singkreise, und bald war das Ostpreußenlied landauf, landab bekannt.

Wo man der Liebe zur Heimat herzlichen Ausdruck geben wollte, da sang man dieses Lied von Herbert Brust und Erich Hannighofer. Heute ist das Ostpreußenlied zum Inbegriff der fernen Heimat geworden, Erinnerung und Bekenntnis, Glaube und ew'ge Liebe zugleich ......

" Diese Lied wurde geboren aus einer großen glühenden Lieb zur Heimat ", so sagte der Komponist. Möge diese Liebe weiter glühen und brennen, daß es auch die Herzen kommender Geschlechter entzünde zu lodernder Flamme der Heimatliebe, der Liebe zu Ostpreußen - dann wird dieses Land ewig unvergessen sein!
Herbert Brust
geb. 17.04.1900 zu Königsberg
gest. 26.06.1968 in Bremerhaven
Erich Hannighofer
geb. 25.02.1908 zu Königsberg
seit 1945 verm. in Rußland

Autor: © Erich Dowidat; Kirchspielvertreter Trappen

Vorwort

© 1998 / 2007 Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
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letzte Änderung dieser Seite : Montag, 1. März 2010