| Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein : | |
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| Das Dorf hatte nur 5 Besitzer, deren Namen und Betriebsgröße nachstehend aufgeführt sind: Grädtke, Lothar ..............105 ha Radtke, Max ....................... 9 ha Schiewe, Otto.................... 52 ha Fellechner, Julius ..............14 ha Nassowitz, Eduard ............. 8 ha Der Bürgermeister der Gemeinde war Otto Schiewe. |
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Mühlpfordt hatte eine einklassige Schule mit 2 Morgen Land. Diese bestand seit 1898, das letzte Schulgebäude seit 1909, und zum Schulbezirk gehörten (um 1910) außer Szudkehmen noch Alt-Wischteggen, Girrelischken Krs.Pillkallen, Spirginnen und Werxnupönen. Der Schulunterricht fand im Sommer am Vormittag, im Winter ganztägig statt. Im Jahre 1910 war dort Lehrer Hoffmann tätig. Der Narne des letzten Lehrers war Schober. Er amtierte dort bis zur Vertreibung. |
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In den dreißiger Jahren wurde Mühlpfordt durch den Bau der neuen Steinchaussee und einer Dränagegenossenschaft aufgeschlossen. Die Ernteerträge wurden von Jahr zu Jahr gesteigert. Um 1785 Szudkehmen, Chatoull-Köllmisches Dorf, 8 Feuerstellen, Kirchspiel Kraupischken, Amtsbezirk Küssen. Nach den Prästationstabellen von 1822 hat das Dorf 31 Huben 7 Morgen 102 Ruthen. |
| Eigentümer: ....................................Huben.......Morgen......Ruthen Schiewe, Salomon ...........................3 .................28........... 132 Puck, Gottfried ..................................3 .................28 ...........131 Hutecker, Michel ...............................4 ................15 .............147 Schiewe, Gottlieb............................ 6 .................23 ............131 Pastowski, Christoph ......................2 ...................7 .............163 1/2 Fischer, Gottlieb ..............................2 ...................7 .............163 1/2 Berger, Johann Forstland ...............4 ..................2 .............103 |
1863 Sutkehmen, chatoull-köllm. Dorf. Grundfläche: 937 Morgen, 102 Ruthen Viehbestand: 26 Pferde, 41 Rinder, 27 Schafe, 18 Schweine Bewohner: 60 1839 chat.-köllm.Dorf, 74 evangelische Christen, deutsch, 7 Feuerstellen. |
| 1864 Sutkehmen: 591,56 Morgen Ackerland (hauptsächlich Kl.4+5) 109,88 Morgen Wiesen, Gesamtflächeninhalt 735 Morgen. 6 Wohngebäude, 16 steuerfreie Gebäude, Einwohnerzahl 63. 1905 Suttkehmen: Gesamtflächeninhalt 188 ha, 7 Häuser, 11 Haushaltungen, 68 Personen, alle evangelisch. |
| 1931 Fläche: 188 ha, 8 Wohnhäuser, 13 Haushaltungen, 63 evangelische Einwohner, 1939 Mühlpfordt: 12 Haushalte, 56 Personen, 51 in Land- und Porstwirtschaft tätig, 9 selbständig, 13 mithelfende Angehörige, 2 Beamte und Angestellte, 29 Arbeiter. 0,5-5 ha = 1, 5-10 ha = 2, 10-20 ha = 1, 100 ha u.mehr = 1. |
| 1943 12 Haushaltungen, 56 Personen, 51 in Land- und Forstwirtschaft, 9 Selbständige, 13 mithelfende Angehörige, 2 Beamte und Angestellte, 29 Arbeiter. 0,5-5 ha = 1, 5-10 ha = 2, 10-20 ha = 1, 20-100 ha = 1, 100 ha und mehr = 1. |
| Bericht des Landwirts Lothar G r a e t k e, und des Herrn S c h i e w e, Sohn des ehemaligen Bürgermeisters. |
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Mühlpfordt, gelegen im südöstlichen Teil des Kreises Tilsit-Ragnit an der Grenze des Kreises Schloßberg, hieß vor seiner Umbenennung Suttkehmen. |
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Die Gesamtgröße der Gemeinde betrug 188 ha. Die einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe von 105, 52, 14, 9, 8 und etwa 3 ha Schulland ergaben zusammen 191 ha, weil etwa 3 ha zur Gemeinde Hasenflur gehörten. Trotz seiner Kleinheit war Mühlpfordt auf Grund der geographischen Mittelpunktlage ein bevorzugtes Dorf. Immerhin besaß es eine Schule und einen Kaufmann. Zum Schulbezirk gehörten noch die Gemeinden Hasenflur, Altweiden und Langenort, deren Kinder eine Wegstrecke von 1-2 km zurückzulegen hatten. Die einklassige Volksschule wurde etwa nach dem ersten Weltkrieg erbaut. (Ohne Gewähr). Davor mußten die Kinder von Spirginnen nach Girrehnen, die Altwischtegger nach Kuttkuhnen und die Suttkehmer und Werxnupöner nach Schuppinnen zum Schulunterricht. |
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Kolonialwarengeschäfte für den dringendsten Bedarf der Landbevölkerung lagen gewöhnlich mehrere Kilometer voneinander entfernt. So war auch dem Mühlpfordter Kaufmann ein größerer Kundenkreis sicher. Wie üblich, war das Geschäft mit einem "Krug" verbunden. Der Besitzer, Kaufmann, Gastwirt und Landwirt hieß Fellechner. Sein Name weist typisch auf die Salzburger Abstammung der Familie hin. Die 13 Familien der Gemeinde ergaben eine durchschnittliche Einwohnerzahl von etwa 70 Personen. Die Landwirtschaft mit Ackerbau und Viehzucht bedeutete für alle die Lebensgrundlage - mit Ausnahme des vorher erwähnten Lehrers und Kaufmanns, die den landwirtschaftlichen Erwerb zusätzlich betrieben. Wald gab es in der Gemeinde keinen. Wohl fand man vereinzelt Schonungen .an schlecht erreichbaren Stellen vor. Das Nutz- und Brennholz wurde aus der staatlichen Tzullkinner Försterei bezogen. Vorwiegend fuhr man dieses im Winter bei gefrorenem Boden an. Es bedeutete immer eine Tagesfahrt von morgens Dunkel bis abends Dunkel. |
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Aufgrund der vor der Entwässerung nicht besonders guten Bodenverhältnisse, war die Nutzung des Bodens sehr verschieden. Der teilweise sehr schwere Boden brachte in weniger regenreichen Jahren insbesondere beim Getreide- und Hackfrüchteanbau weit bessere Erträge. Bei der Rauhfutterernte waren allerdings nassere Jahre ertragreicher, was auch für die Weideflächen zutraf. Die Haupteinnahmen der Landwirtschaft lagen in der Aufzucht von Pferden und Schlachtvieh (Schweinen und Rindern) und dem Verkauf von Brot- und Futtergetreide. Bis zur Milchlieferung im Herbst 1936 wurde wöchentlich die Butter zum Markt nach Breitenstein gebracht, wo auch Eier und Ferkel in bare Münze umgesetzt wurden. |
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Den südlichen Teil der Gemeinde durchquerte von südöstlicher in nordwestlicher Richtung ein Bach, die Werxnupp, die bei starken Regenfällen über die Ufer trat. Dasselbe traf bei einem Nebenarm der Werxnupp ein, der das nördliche Gemeindeland ebenfalls in nordwestlicher Richtung durchfloß. Die 1933 zum Zwecke der Arbeitslosenbeseitigung im Reich in Angriff genommenen Bodenerschließungsprogramme wirkten sich bei uns sehr nutzbringend aus. Zunächst wurden die Werxnupp und ihre Nebenarme begradigt und zu Vorflutkanälen ausgebaut. Dieses ermöglichte die spätere Durchführung eines allgemeinen Drainageprogramms, welches den Boden weitgehend verbesserte. Hierdurch wurde auch ein nördlich vom Dorf gelegenes kleines Bruch trockengelegt. Im Zusammenhang mit der Entwässerung soll die Wasserversorgung nicht ganz unerwähnt bleiben. Die Grundwasserverhältnisse waren mitunter sehr günstig. Nach einer Bohrung genügten einige Meter Eisenrohr, um das Weidevieh ständig und ohne weitere Bedienung mit quellfrischem Wasser zu versorgen. Eine solche nie versiegende Quelle gab es allerdings nicht nur in Mühlpfordt, sondern vereinzelt auch in den Nachbargemeinden. |
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Gleichzeitig begann man in diesen Jahren die alljährlich im Frühjahr und Herbst grundlos gewordenen Landwege als feste Chausseen auszubauen. Zuerst entstand eine solche von Kuttenhof über Grüntal, Hasenflur, Tutteln nach Kauschen. Dann folgte die Verbindungsstraße zum Kreise Schloßberg von Hasenflur über Mühlpfordt nach Ebenwalde, die bereits 1936 fertiggestellt wurde. Damit bestand nun ein enges Netz fester Straßen zum Kirch- und Postort, Mühlenbetriebe, sowie Kleinbahnstation Breitenstein (Kraupischken - 10 km) und zu den Bahnhöfen Rautenberg (11 km), Neusiedel (Naujeningken - 13 km). Der zuständige Amtsvorsteher für Mühlpfordt, Herr Lemhöfer, wohnte in Güldengrund (Girrehnen), etwa 5 km entfernt. |
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Mit dieser geschaffenen günstigen Verkehrslage nach Breitenstein und zu den Bahnstationen bekam das Wirtschaftsleben einen guten Aufschwung. Absatzschwierigkeiten gab es nun keine mehr. Die jetzt ermöglichte Milchlieferung war von ganz besonderer Bedeutung. In wenigen Jahren hatte sich der Milchviehbestand in etwa verdoppelt, ebenso stieg der Wert der Tiere, da die Herden nun einer regelmäßigen Milchkontrolle unterzogen wurden. Die Lieferung der Milch an die Molkereigenossenschaft Breitenstein erfolgte je nach Jahreszeit ein- bis zweimal täglich. |
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Zweifelsohne ist in diesen wenigen Jahren Außergewöhnliches erreicht worden. Daß es sich aber nicht um ein reines Geschenk der damaligen Reichsregierung handelte, muß ebenfalls dazu gesagt werden. Ohne die Eigenleistung eines jeden wäre das Werk kaum gelungen. Es würde zu weit führen, sich hier in Einzelheiten zu verlieren. Eines aber ist gewiß, -es mußte sehr viel zusätzliche Arbeit überwältigt werden, die sich jedoch wie vorerwähnt, als sehr nutzbringend erwies. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde diese sehr gute Entwicklung nicht nur gebremst, sondern völlig lahmgelegt. Das Drainageprogramm war erst zu etwa 2/3 erfüllt, wobei es leider auch bleiben sollte. |
| Quelle : Matthias Hofer und Christa Palfner : "Das Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein im Kreis Tilsit-Ragnit"; herausgegeben im Selbstverlag der Stadt Lütjenburg © 1971 |
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letze Statistik (Stand : 1.08.1944) - Einwohner Stand :17.05.1939)
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1) zugehörig zu ev. Ksp. Breitenstein 2) das Dorf existiert nicht mehr |
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |