| Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein : | |
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Zu dem Gut Adlig Breitenstein in Größe von 335 ha, das unserem Kirchdorf den letzten Namen gegeben, führte eine Kastanienallee in östlicher Richtung. Im 16.Jahrhundert wird von Breitenstein als von einem Rittersitz und dann von einer fürstlichen Jagdbude gesprochen. Der Hochmeister und nach 1525 der Herzog sollen nach der Jagd auf dem Breitenstein, dem großen Block, der an dem Auffahrtsweg lag, ihre Jagdtafel gehalten haben.
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Am 11.12.1721 kaufte das Gut Generalmajor von Winterfeld, der spätere Generalfeldmarschall. Sein Besitz wurde "für adlig deklariert" und genoß seither die Privilegien eines Rittergutes, d.h. der Besitzer durfte innerhalb der Grenzen des Gutes die Jagd und die Fischerei ausüben. Er hatte die Berechtigung, Branntwein zu brennen und Bier zu brauen und durfte beides ohne Abgaben ausschenken. Er konnte eine freie Hökerei, zwei Mehlgänge und eine Ölmühle betreiben. |
![]() Gruppe am Breiten Stein |
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Im Jahr 1785 nennt Goldbeck Breitenstein ein adliges Gut mit einer Ölmühle an der Inster und 13 Feuerstellen. Christian Friedrich Schimmelpfennig von der Oye war der erste Direktor der "Ostpreußischen Generallandschaft", die ihre Räume in der Königsberger Landhofmeisterstraße hatte, als der General York dort die Ostpreußischen Stände gegen Napoleon I, aufrief. In dem bekannten Gemälde von Brausewetter sieht er dem General über die linke Schulter. Im Grundbuch von Ragnit waren die ersten Pfandbriefe dieses Geldinstituts für Breitenstein eingetragen; denn Christian Friedrich Schimmelpfennig von der Oye belieh Breitenstein mit 38.000 Talern. Im Unglücklichen Krieg, als Napoleon mit seiner Armee durch Ostpreußen nach Rußland zog, fanden französische Soldaten in Breitenstein ihre letzte Ruhestätte. |
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Die Prästationstabellen vom 3.4.1822 nennen laut Erbverschreibung vom 8.2.1771 Landschaftsrat Schimmelpfennig von der Oye - Komm. Präsident als Besitzer von Breitenstein. Er ist berechtigt Krug-, Schmiede-, Fischerei-, Zins- und Zapfgeld zu erheben und braucht nur.8 Reichstaler zu bezahlen. |
![]() Gutshaus Adl. Breitenstein (1938), links Meierei, dahinter Kuhstall |
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Der Pächter (seit 1795) und seit 1812 Besitzer des Gutes Moulinen, Julius Schlenther, pachtet 1837 Breitenstein. Nach der topographisch-statistischen Übersicht des Regierungsbezirkes Gumbinnen von 1839 ist die Sprache der Bewohner des adligen Gutes deutsch und litauisch. Es hat 121 evangelische Bewohner. |
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Für 1863 findet man in den statistischen Mitteilungen von Kühnast über Litauen und Masuren folgende Angaben: |
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1871 hat das Rittergut Breitenstein mit Vorwerk Friedrichswalde 13 Wohngebäude, 41 Haushaltungen, 214 Einwohner, alle evangelisch; 1884 kommt Gut Breitenstein in den Besitz von Rudatis und 1897 läßt Besitzer Karl Meyhöfer Gut Breitenstein neu taxen. Im Jahre 1906 kaufte der aus Skaisgirren kommende Gustav Hofer, der Vater des letzten Breitensteiner Besitzers Andreas Matthias Hofer, das Gut Breitenstein .- Gustav Hofer verstarb 1915 im Lazarett in Insterburg, und Breitenstein stand nun im Eigentum einer Erbengemeinschaft, bestehend aus Mutter Elisabeth Hofer, geb. Willimzick, und dem Sohn Andreas Matthias Hofer zu gleichen Teilen. Frau Hofer verheiratete sich mit Otto Kalweit der bis 1934 das Gut verwaltete und dann als Offizier in das Heer eintrat. Frau Kaiweit bewirtschaftete noch bis 1938 das Gut, zusammen mit ihrem Sohn, dann wurde die Erbengemeinschaft aufgelöst und Andreas Matthias alleiniger Eigentümer. |
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Das Gut Breitenstein zählte zu den anerkannt besten des Kirchspiels. Es hatte eine Gesamtfläche von 332 ha, guten Mittelboden, ertragreiche Insterwiesen, eine große Herdbuchviehherde, Pferdezucht und besaß für die Wirtschaft alle damals neuzeitlichen Maschinen. Inspektor war Herbert von Glinski, gefallen 1942. |
| Die Deputantenfamilien waren: Familie Melkermeister Heinrich Gehlhaar; (mit 4 Gehilfen) Familie Wilhelm Broßeit, Jungvieh, Fischerei und Bindemäher Familie August Annighöfer, Kämmerer Familie Gustav Gropp, Treckerfahrer Familie Gustav Steppat, Treckerfahrer, Ehefrau Anna, Gärtnerin Familie Adolf Juckel, Stellmacher Familie Emil Milbrecht, 30 Jahre betriebszugehörig, wie auch Familie August Pieck, Gespannführer Broßeit Familie Karl Baltrusch, Gespannführer Familie Julius Wiegratz, Gespannführer Familie Johann Broschehl, Gespannführer Familie Emil Schlag, Gespannführer Familie Arthur Schlag, Kutscher (6 Trakehner Zuchtstuten) |
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Matthias Hofer vermochte das Erbe seiner Eltern bis zur Vertreibung zu pflegen und zu bewahren. Seine Ehefrau Hildegard, geb. Dannacker, mußte mit drei kleinen Kindern den Weg der Flucht allein antreten, da ihr Mann bei der Wehrmacht war. In russische Gefangen-schaft geraten, mußte sie das kleinste Kind begraben und konnte erst nach einigen Jahren nach Westdeutschland kommen. |
| Quelle : Matthias Hofer und Christa Palfner : "Das Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein im Kreis Tilsit-Ragnit"; herausgegeben im Selbstverlag der Stadt Lütjenburg © 1971 (Text und Bilder) |
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letzte Statistik (Stand : 1.08.1944) - Einwohner Stand :17.05.1939)
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Anmerkung: |
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Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de |